Ergebnis korrigiert! Gold für Liensberger und Bassino im Parallelbewerb von Cortina

Katharina Liensberger kam zeitgleich mit Marta Bassino ins Ziel. Erst wurde nur die Italienerin als Weltmeisterin geführt. Doch nach berechtigtem Einspruch des ÖSV wurde auch der Vorarlbergerin Gold zugesprochen. Bei den Herren triumphierte der Franzose Mathieu Faivre.

Katharina Liensberger (l.) und Marta Bassino teilen sich die Goldmedaille.
© FABRICE COFFRINI

Cortina d'Ampezzo – Katharina Liensberger hat im neu geschaffenen Parallelbewerb die Goldmedaille gewonnen. Die 23-jährige Vorarlbergerin teilte sich diese am Dienstag bei der Premiere dieser Disziplin bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo mit der zeitgleichen Italienerin Marta Bassino. Die 100. Goldmedaille für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) war eine mit Verzögerung: Liensberger und die Öffentlichkeit waren lange Zeit von der Silbermedaille ausgegangen.

Bronze ging an die Französin Tessa Worley, die im kleinen Finale die US-Amerikanerin Paula Moltzan besiegte. Es ist Liensbergers erste Einzelmedaille nach Team-Silber 2019 in Aare. Für den ÖSV ist es die insgesamt 298. Medaille bei Weltmeisterschaften. Die Schallmauer der 300 Medaillen könnte also in Cortina auch noch fallen. Für Österreichs Damen war es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften nach zehn sieglosen Bewerben. Für den ÖSV ist es die vierte Gold-Medaille in Cortina nach jenen durch Vincent Kriechmayr (Abfahrt, Super-G) und Marco Schwarz (Kombination).

Im Herrenbewerb besiegte der Franzosen Mathieu Faivre im Finale den Kroaten Filip Zubcic, Bronze ging an den Schweizer Loic Meillard. Fabio Gstrein schied im Viertelfinale aus und wurde Sechster. Der Tiroler setzte seine „Vollgas"-Devise zunächst um, besiegte seinen Auftaktgegner Mattias Rönngren aus Schweden, musste sich dann aber dem späteren Weltmeister Faivre um 0,02 Sek. geschlagen geben. „Zwei Hundertstel tun weh, ich habe so viel aufgeholt, das ist echt schade", sagte der nach dem ersten Lauf noch deutlich zurückgelegen ÖSV-Läufer. (APA)

Reaktionen nach Parallelbewerben:

Katharina Liensberger (AUT/Gold), nachdem sie (soeben) nachträglich zur Weltmeisterin gekürt worden war: „Oh mein Gott. Das ist ja megacool, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich kenne mich gerade gar nicht aus. Es ist einfach nur genial. Eine Goldmedaille zu gewinnen, ist etwas ganz Spezielles. Es ist ein Traum, der heute in Erfüllung gegangen ist."

Christian Mitter (ÖSV-Damen-Rennsportleiter): „Das Reglement besagt eindeutig, dass es im kleinen und großen Finale sehr wohl Ex-aequo-Platzierungen gibt. Wir haben schon am Hang diskutiert, dass die Regel eigentlich ein Wahnsinn ist. Toni (Anm.: Giger) hat dann das Reglement noch einmal ausgegraben und bei der Jury nachgefragt, und jetzt gibt es gerechterweise zwei Goldmedaillen. Die Regeln sind in diesem Bewerb noch relativ wenig ausgegoren. Wir haben uns diese Medaille verdient. Zuerst hat es mich schon brutal angezipft, dass es zeitgleich nur Silber ist, aber jetzt passt es super."

Toni Giger (ÖSV-Sportdirektor): „Es ist plausibel, wenn zwei gleich schnell sind, dass sie dann auch ex aequo sind. Wir haben Gott sei Dank nachgeschaut. Interessanterweise hat die Jury hat das Reglement auf den ersten Touch nicht ganz im Kopf gehabt."

Marta Bassino (ITA/Gold): „Es war wirklich ein großartiger Fight. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich bin unendlich dankbar, dass ich hier in meiner Heimat den Sieg feiern darf."

Tessa Worley (FRA/Bronze): „Ich hatte viel Spaß, ich habe ja erst in dieser Saison in Lech begonnen, Einzel-Parallerennen zu fahren. Heute habe ich mich gut gefühlt, ich wollte nur attackieren."

Federica Brignone (ITA/6.): „Ich bin wirklich, wirklich verärgert. Der Kurs war so nicht fair. Ich bin richtig angepisst. Man kann keinen Parallel-Bewerb mit so unterschiedlichen Kursen setzen."

Stephanie Brunner (AUT/14.): „Wenn am den Start verschläft, sind die fünf Zehntel gleich einmal weg. Ich habe noch alles probiert, es war leider zu langsam. Ich habe das nicht zu oft trainiert, da müsste man mehr Bewerbe machen. Wenn nur einer im Jahr ist, ist das ein bissl schwierig."

Fabio Gstrein (AUT/6.): „Zwei Hundertstel tun weh, vor allem, wenn ich so viel aufhole. Ich habe noch zu viele Fehler gemacht, aber damit kann ich weiterarbeiten. Unterschiede hast bei den Kursen immer, aber wir fahren ja deshalb jetzt Re-Runs."

⛷⏱ Herren-Finale beim WM-Parallelbewerb in Cortina - Endstand:

⛷⏱ Damen-Finale beim WM-Parallelbewerb in Cortina - Endstand:


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