Als Beschuldigter geführter Ex-Novomatic-Chef Neumann weilt in Australien

Harald Neumann wird in der Causa Casinos von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als Beschuldigter geführt. Laut „Kurier“ saniert er derzeit den von der Novomatic übernommenen australischen Branchenriesen Ainsworth Game Technology (AGT).

Neumann war schon Ende Februar 2020 als Novomatic-CEO zurückgetreten. Einen Beratervertrag hat er aber nicht, sondern er stehe im Rahmen einer „üblichen Auflösungsvereinbarung“ seines Vorstandsvertrages bei internationalen Projekten unterstützend zur Seite.
© APA/Pfarrhofer

Gumpoldskirchen, Sydney – Harald Neumann, der frühere Vorstand des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic, ist „seit geraumer Zeit“ aus beruflichen Gründen in Australien, wie sein Anwalt Norbert Wess der APA am Dienstag bestätigte. Laut „Kurier“ saniert er derzeit den australischen Branchenriesen Ainsworth Game Technology (AGT), dessen Übernahme er als Novomatic-Chef vorangetrieben hatte.

Neumann wird in der Causa Casinos von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als Beschuldigter geführt, ebenso wie Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP), ÖBAG-Chef Thomas Schmid und nunmehr auch Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung, sie haben die Vorwürfe bisher stets zurückgewiesen.

Laut Neumanns Anwalt Wess hat der Australien-Aufenthalt seines Mandanten mit der Causa Blümel „überhaupt nichts zu tun“. Neumann sei „deutlich“ bevor „diese Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Vorwurf“ gegen den Finanzminister begonnen haben, nach Down Under gereist. Er stehe den Strafverfolgungsbehörden selbstverständlich im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Verfügung.

"Bewegungsfreiheit grundsätzlich nicht eingeschränkt"

Die WKStA wollte sich zum Aufenthaltsort Neumanns auf APA-Nachfrage nicht äußern. Das betreffe die Persönlichkeitsrechte, die Causa sei zumal Verschlusssache, so Sprecher und Oberstaatsanwalt Rene Ruprecht.

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Ob jemand, gegen den ermittelt wird, grundsätzlich ins Ausland darf, sei pauschal nicht zu beantworten, sondern eine Einzelfallentscheidung. „Wenn jemand nicht in Haft ist, ist seine Bewegungsfreiheit grundsätzlich nicht eingeschränkt.“ Eine mögliche Ausnahme wäre Fluchtgefahr. „Darüber, ob jemand in Untersuchungshaft zu nehmen ist, entscheidet das Gericht“, so der WKStA-Sprecher.

Der Ainsworth-Deal in Australien war rund 300 Mio. Euro schwer, ist aber nicht so aufgegangen wie erhofft. Der österreichische Konzern musste hohe Wertberichtigungen vornehmen, der Börsenkurs von Ainsworth ist eingebrochen. Durch den Zukauf in Australien verschaffte sich Novomatic aber Zugang zum wichtigen US-Markt.

Neumann war schon Ende Februar 2020 als Novomatic-CEO zurückgetreten. Einen Beratervertrag hat er aber nicht, sondern er stehe im Rahmen einer „üblichen Auflösungsvereinbarung“ seines Vorstandsvertrages bei internationalen Projekten unterstützend zur Seite, hieß es in der Firmenzentrale in Gumpoldskirchen zum „Kurier“. Die Frage, wie lange er noch an Bord bleibt, blieb unbeantwortet. (APA)


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