Negative Geburtenbilanz und weniger Scheidungen im Corona-Jahr 2020

Im vergangenen Jahr kamen weniger Babys in Österreich zur Welt als Menschen gestorben sind. 39.478 Paare gaben sich das Ja-Wort in Österreich. Die Tiroler trauten sich weniger oft als noch im Jahr zuvor.

Symbolfoto.
© dpa/Daniel Karmann

Wien – Die Zahl der Neugeborenen in Österreich lag im Jahr 2020 laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria bei 83.493 (minus 1,7 Prozent im Vergleich zu 2019). Im gleichen Zeitraum starben 90.517 Personen, um 8,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bezogen auf die Bevölkerung entsprach dies neun Geburten sowie zehn Sterbefällen je 1000 Einwohnern. "Im Corona-Jahr 2020 fiel die Geburtenbilanz deutlich negativ aus", resümierte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

"Dem moderaten Rückgang bei der Zahl der Neugeborenen stand ein kräftiger Anstieg der Zahl der Verstorbenen gegenüber. Insgesamt gab es um 7024 weniger Geburten als Sterbefälle. Ähnlich negative Geburtenbilanzen hatte es zuletzt Ende der 1970er-Jahre gegeben: Damals trafen niedrige Geburtenzahlen der geburtenschwachen Jahrgänge 1945 bis 1955 auf erhöhte Sterbezahlen der geburtenstarken Generation um 1900 Geborener", berichtete Thomas.

© APA, Statistik Austria

Tirol über dem Bundesdurchschnitt

Die Zahl der Neugeborenen bezogen auf die Bevölkerung (Geburtenrate) lag in Vorarlberg, Salzburg, Wien, Tirol und in Oberösterreich über dem Bundesdurchschnitt, während in Kärnten, im Burgenland, in der Steiermark und in Niederösterreich die Zahl der Sterbefälle bezogen auf die Bevölkerung (Sterberate) über dem Österreich-Schnitt rangierte. Die Bilanz aus der Zahl der Lebendgeborenen und der Gestorbenen war 2020 in Wien mit 1799 deutlich positiv. Auch in Vorarlberg (plus 844), Tirol (plus 776) und in Salzburg (plus 626) wurden mehr Geburten als Sterbefälle registriert.

© APA, Statistik Austria

Weniger Neugeborene als Gestorbene gab es – wie bereits in den Vorjahren – in Niederösterreich (minus 3903), in der Steiermark (minus 3473), in Kärnten (minus 2227) und im Burgenland (minus 1416). Erstmals fiel auch in Oberösterreich die Geburtenbilanz leicht negativ (minus 50) aus.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Die vorläufige Zahl der im ersten Lebensjahr Gestorbenen lag im Jahr 2020 bei 260. Die daraus resultierende Säuglingssterberate betrug 3,1 Promille.

39.478 Ehen geschlossen

Laut vorläufigen Daten von Statistik Austria sind 2020 in Österreich 39.478 Ehen geschlossen worden, um 6556 bzw. 14,2 Prozent weniger als 2019. Im gleichen Zeitraum wurden 1253 eingetragene Partnerschaften begründet, um elf bzw. 1,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Allerdings wurden im Corona-Jahr mit Lockdowns und Pandemie-bedingten Einschränkungen "auch um 9,2 Prozent weniger Ehen rechtskräftig geschieden", berichtete Thomas.

Die seit 1. Jänner 2019 bestehende Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung nahmen im vergangenen Jahr 611 Paare wahr; zugleich begründeten 1170 verschiedengeschlechtliche Paare sowie 83 gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Partnerschaft. Die Eheschließungen 2020 beinhalten auch insgesamt 56 Umwandlungen eingetragener Partnerschaften von 27 weiblichen Paaren, 22 männlichen Paaren und sieben verschiedengeschlechtlichen Paaren. Umgekehrt wurde 2020 keine einzige Ehe in eine eingetragene Partnerschaft umgewandelt.

© APA, Statistik Austria

In allen Bundesländern wurden 2020 deutlich weniger Ehen geschlossen als im Jahr davor. Der stärkste Rückgang wurde dabei in Wien (minus 23,6 Prozent) verzeichnet, gefolgt von Salzburg (minus 15,6 Prozent), Vorarlberg und dem Burgenland (je minus 14,0 Prozent), Niederösterreich (minus 12,1 Prozent), der Steiermark (minus 11,3 Prozent), Tirol (minus 10,7 Prozent), sowie Kärnten (minus 10,4 Prozent) und Oberösterreich (minus 9,9 Prozent).

Die Zahl der Begründungen eingetragener Partnerschaften entwickelte sich dagegen 2020 in den Bundesländern unterschiedlich: Während in Salzburg (plus 25,9 Prozent) und in Vorarlberg (plus 14,3 Prozent) deutlich mehr eingetragene Partnerschaften registriert wurden, verzeichneten Tirol (minus 9,5 Prozent) und Wien (minus 6,6 Prozent) stärkere Rückgänge.

14.821 Ehen wurden geschieden

14.821 Ehen wurden 2020 rechtskräftig geschieden, um 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich wurden 104 eingetragene Partnerschaften aufgelöst, um 14,0 Prozent weniger als 2019. (APA/TT.com)


Kommentieren


Schlagworte