Elfjähriger Umweltaktivist aus Kolumbien wird EU-Goodwill Botschafter

Der elfjährige Francisco Vera hatte die kolumbianische Regierung in sozialen Medien auch dazu aufgefordert, überall im Land den Internetzugang für virtuellen Unterricht während der Corona-Pandemie zu garantieren.

Bogotá, Brüssel – Der elfjährige kolumbianische Umweltaktivist Francisco Vera ist für seinen Einsatz gegen den Klimawandel zum Goodwill-Botschafter der Europäischen Union ernannt worden. „Wir haben seine Initiativen genau verfolgt. Sie geben Hoffnung in einer Zeit wie dieser, in der wir ein nachhaltiges Wachstum neu aufbauen können", zitierte die kolumbianische Zeitung El Tiempo am Freitag (Ortszeit) die Botschafterin der EU in Kolumbien, Patricia Llombart.

Vera schrieb zu Fotos mit Llombart auf Twitter: „Ich verspreche, mein Bestes zu geben, um unsere Welt zu einer besseren Welt für alle zu machen." Seine Gruppe „Guardianes por la vida" (Lebenswächter) hat inzwischen mehr als 200 Mitglieder und ein Dutzend Ableger in Kolumbien.

Welle der Solidarität nach Morddrohung

Im Dezember 2019 sprach Vera im kolumbianischen Kongress. Zudem bekommt er von der Politik den Rücken gestärkt, nachdem eine Morddrohung gegen ihn auch eine Welle der Solidarität in Kolumbien und der internationalen Gemeinschaft ausgelöst hatte.

Vera hatte die kolumbianische Regierung in sozialen Medien auch dazu aufgefordert, überall im Land den Internetzugang für virtuellen Unterricht während der Corona-Pandemie zu garantieren. Daraufhin wurde er via Twitter mit dem Tod bedroht. Umweltaktivisten sind in Kolumbien besonders gefährdet. Der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Indepaz zufolge wurden in dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr 310 zivilgesellschaftlich engagierte Personen wie etwa Menschenrechtsverteidiger ermordet. (APA/dpa)

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