Klare Regelung gefordert: Verwirrung um 7. Impfdosis in Tirol

Weil aus den Impfdosen vielfach eine zusätzliche Impfung möglich ist, fordern die Tiroler Gemeinden jetzt klare Regelungen. Offizielle Richtlinien würden nämlich fehlen.

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Aus den gelieferten Impfdosen geht vielfach eine zusätzliche Dosis heraus. Dafür fehlen aber nach wie vor klare Regelungen.
© thomas böhm

Innsbruck – Impfstoff ist überall knapp, in Tirol werden seit der Vorwoche mit BioNTech, Moderna und AstraZeneca drei Impfstoffe verabreicht. Insgesamt haben sich bisher 161.350 Tirolerinnen und Tiroler über die Online-Plattform für eine Covid-Impfung vorgemerkt. Wie berichtet, wurden in 73 Gemeinden die über 80-jährigen Impfwilligen bereits geimpft oder stehen unmittelbar davor. Weil aus den an den Gemeinden gelieferten Impfdosen von BioNTech und Moderna jedoch mehr Impfungen herausgehen, herrscht in den Kommunen Verwirrung, wie damit umzugehen ist. Schließlich soll jeder verfügbare Impfstoff verwendet werden. Doch das ist nicht so einfach.

Deshalb gibt es seit Tagen intensive Gespräche zwischen Gemeinde­vertretern, Ärzten und dem Land Tirol. Das Problem dabei: Für den Impfstoff von BioNTech

Pfizer ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde lediglich die Entnahme von sechs Dosen und für Moderna von zehn Dosen zugelassen. Dennoch ist es trotz korrekter Verarbeitung der Impfstoffdosen möglich, gelegentlich ein­e siebente Dosis von BioNTec­h und eine elfte bei Moderna zu verabreichen.

Ärzte wegen Haftung verunsichert

Wie die Landessanitätsdirektion mitteilt, ist die überzählige Dosis „off-label“, also außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs. Deshalb kann die notwendige zweite Dosis auch nicht zwangsläufig beim Folgetermin der zweiten Impfung an der Impfstation verfügbar sein. Die Geimpften müssen deshalb darüber aufgeklärt werden, dass sie dann eine andere Impfstation aufsuchen müssen. Andererseits sind einige Ärzte wegen der Haftung verunsichert. Auf viele ungeklärte Fragen gibt es noch keine zufriedenstellenden Antworten, in den Gemeinden herrscht zum Teil Verwirrung.

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Was die Haftung betrifft, vertritt laut Ärztekammer für Tirol das Gesundheitsministerium die Auffassung, dass die so genannten „off-label“ ebenfalls unter das Impfschaden-Gesetz fallen.

Für den Tiroler SPÖ-Vorsitzenden Georg Dornauer – er ist selbst Bürger­meister in Sellrain – ist das alles mehr als unbefriedigend. „Aus meiner Sicht ist klar: Der vorhandene Impfstoff muss auch verimpft werden. Ich fordere jedoch klare Regeln, was die so genannte siebte Dosis bzw. ,Off-label‘-Impfungen betrifft.“ Für Dornauer steht hier die Bundesregierung in der Pflicht, eine entsprechende Rechtssicherheit herzustellen. „Es ist für mich unverantwortlich, gerade in der Risikogruppe erneut massive Unsicherheit zu schaffen“, sagt er abschließend. (pn)


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