Testpflicht bei Ausreise: Lockdown in Mayrhofen wegen Mutation verschärft

Am Mittwoch gab es in der Zillertaler Gemeinde 29 bestätigte Fälle der südafrikanischen Virusvariante, ab Samstag darf Mayrhofen darum für einige Tage nur noch mit einem negativen Test verlassen werden. Auch Handel und Schulen bleiben inzwischen zu.

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Wegen eines Clusters wird die Gemeinde Mayrhofen abgeschottet.
© Platzgummer

Mayrhofen – Die Tiroler Gemeinde Mayrhofen im hinteren Zillertal darf wegen der Verbreitung der Südafrika-Mutante ab Samstag bis Mittwoch nur noch mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, verlassen werden. Auch der Handel – bis auf die Grundversorger – bleibt von Samstag bis Mittwoch zu. Der Kindergarten und die Schulen bleiben im gleichen Zeitraum ebenfalls geschlossen bzw. im Distance Learning.

Die Bergbahnen Mayrhofen stellen vorerst ihren Skibetrieb ein. "Aufgrund des Lockdown in Mayrhofen findet bis Mittwoch, den 3. März kein Winterbetrieb statt!", hieß es auf der Homepage der Bergbahn.

Vom Land Tirol hatte es zuvor geheißen, dass das Skigebiet prinzipiell weiter offen bleiben kann. Aufgrund der Skipisten-Verordnung müsse man ohnehin einen maximal 48 Stunden alten Coronatest bei sich haben. Entscheidend sei, dass möglichst viele Personen eine Corona-Test durchführen, um Infektionsketten aufzuspüren und zu unterbrechen.

42 aktive Fälle in Mayrhofen, 29 mit südafrikanischer Variante

Nach einer Abstimmung zwischen den Bürgermeistern des Bezirkes Schwaz, der Bezirkshauptmannschaft, der Landesregierung unter LH Günther Platter (ÖVP) und des Einsatzstabes seien diese Maßnahmen für die Zillertaler Tourismushochburg beschlossen worden, hieß es am Mittwoch. Mit Stand Mittwochvormittag lag für 42 Personen in der Gemeinde ein positives Testergebnis vor. Davon wurden bei 29 Fällen mittels PCR-Analyse die südafrikanische Virusvariante festgestellt.

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🔎 Maßnahmen auf einen Blick

  • Schulen und Handel in Mayrhofen bis Mittwoch geschlossen, Ausreise aus der Gemeinde von Samstag bis Mittwoch nur mit negativem PCR-Test möglich
  • Bevölkerung von Mayrhofen wird zu zweimaligem PCR-Test aufgefordert
  • FFP2-Maskenpflicht an bestimmten öffentlichen Orten in Mayrhofen und weiteren Gemeinden im Bezirk Schwaz
  • Testoffensive für Mitarbeiter in Betrieben wird intensiviert, Polizei führt Schwerpunktkontrollen durch

Keine Einschränkungen für Pendler, Aufruf zum Testen

Die Einreise etwa für Arbeitspendler nach Mayrhofen und die entsprechende Ausreise seien hingegen weiterhin ohne Einschränkungen möglich. Außerdem wurden alle Bürger der Gemeinde dazu aufgerufen, sich in den kommenden Tagen zweimal mittels PCR-Test testen zu lassen. Ab Donnerstag steht in der Sportsclinic in Mayrhofen eine PCR-Testmöglichkeit zur Verfügung, weitere Testmöglichkeiten wird es ab Freitag geben. Zusätzlich wird es für definierte öffentliche Orte eine FFP2-Maskenpflicht geben. Auch alle Gottesdienste werden in Mayrhofen von Samstag bis Mittwoch nur per Video und nicht mit persönlicher Anwesenheit in der Kirche stattfinden.

📽️ Video | Testpflicht bei der Ausreise aus Mayrhofen:

Nicht nur die Mayrhofner sollen in den kommenden Tagen zum Testen schreiten, auch alle übrigen Bürger des Bezirkes Schwaz wurden nochmals dazu aufgerufen, sich testen zu lassen. „Dies ist vor allem deshalb so wichtig, weil von den derzeit 238 aktiv positiven Personen im Bezirk Schwaz rund 100 Personen keine Symptome haben und asymptomatisch sind", sagte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes. Und auch in den übrigen Gemeinden im Bezirk Schwaz sollen öffentliche Plätze definiert werden, wo das Tragen einer FFP2-Maske zur Pflicht wird.

Die Schwerpunktkontrollen der Polizei, um zu überprüfen, ob die Maßnahmen auch eingehalten werden, werden in den kommenden Tage weiter fortgesetzt. Diesbezüglich finden noch Abstimmungen mit dem Landes- und Bezirkspolizeikommando statt, teilte das Land mit. Es werde aber jedenfalls ein dichtes Kontrollnetz geben, um die Einhaltung der Verordnung zu überprüfen.

Dornauer: Platter muss „endlich lernen schneller zu entscheiden"

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer geht die Einführung der Ausreisetests allerdings viel zu langsam. „Mayrhofen muss spätestens heute um 24 Uhr unter Quarantäne gestellt werden", sagte er. Platter müsse „endlich lernen schneller zu entscheiden und zu handeln", denn der „Faktor Zeit" sei wesentlich. „Mit diesen verzögerten Umsetzungsphasen schadet der Landeshauptmann einmal mehr der Reputation unseres Tourismuslandes", meinte Dornauer. (TT.com, APA)


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