Naturschützer kippten fünf Tonnen Salz in Seewinkel-Lacke

Das zusätzliche Salz soll vor allem die Dichtheit des Lackenbodens wiederherstellen, der durch die Süßwasser-Zufuhr gelitten habe.
© WWF/Schwienbacher

Apetlon, Eisenstadt – Fünf Tonnen Salz sollen eine sterbende Lacke im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel retten. Am Donnerstag wurde das Salz bei der Moschado-Lacke in Apetlon (Bezirk Neusiedl am See) händisch ausgebracht, teilte der WWF mit. Die Salzzugabe soll lokal schwere Schäden beheben. Die zentrale Herausforderung liege aber darin, natürliche Prozesse wiederherzustellen, hieß es.

Der Salzhaushalt vieler Seewinkel-Lacken sei durch die Absenkung des Grundwassers, Entwässerung und künstliche Süßwasserzufuhr massiv gestört worden. Innerhalb von 100 Jahren seien 80 Prozent der ursprünglichen Fläche zerstört worden, was gravierende Folgen für die Tiere und Pflanzen habe.

"Die pannonischen Salzlebensräume sind europaweit einzigartig. Um sie langfristig zu bewahren, müssen wir sie weit über den aktuellen Versuch hinaus sanieren. Denn nur ein hoher Grundwasserspiegel fördert die regelmäßige Erneuerung der Salze", erklärten Nationalpark-Forschungskoordinator Harald Grabenhofer und WWF-Experte Bernhard Kohler.

Das zusätzliche Salz soll vor allem die Dichtheit des Lackenbodens wiederherstellen, der durch die Süßwasser-Zufuhr gelitten habe. Das 2019 gestartete LEADER-Projekt der Europäischen Union wird vom Land Burgenland kofinanziert. (APA)


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