Gut-Behrami gewinnt auch zweite Abfahrt in Val di Fassa, Siebenhofer Vierte

Lara Gut-Behrami ist aktuell nicht zu schlagen. In Val di Fassa setzte sich die Schweizerin vor ihrer Landsfrau Corinne Suter und der Deutschen Kira Weidle durch. Ramona Siebenhofer verpasste als Vierte knapp das Podest.

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Ließ erneut die Muskeln spielen: Lara Gut-Behrami.
© MIGUEL MEDINA

Val di Fassa - Ski-Rennläuferin Lara Gut-Behrami scheint wild entschlossen, ihren zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach 2015/16 einzusacken. Am Samstag wiederholte die Schweizerin ihren Abfahrtssieg in Val di Fassa vom Vortag, die 29-Jährige setzte sich diesmal vor ihrer Landsfrau Corinne Suter und der Deutschen Kira Weidle durch. Ramona Siebenhofer verpasste als Vierte um 0,08 Sekunden das Podium. Im Gesamt-Ranking führt Gut-Behrami nun 107 Punkte vor der Slowakin Petra Vlhova.

Siebenhofer, die 0,76 hinter Gut-Behrami lag, war mit Abstand beste Österreicherin. Die Elfte Tamara Tippler (+1,14), Mirjam Puchner (15./+1,35) und Stephanie Venier (16./+1,48) verpassten die Top Ten mehr oder weniger knapp. Christine Scheyer (21./+2,08), Sabrina Maier (26./+2,46), Ariane Rädler (27./+2,59), Nadine Fest (31./+3,04), Rosina Schneeberger (32./+3,10), Christina Ager (35./+3,65) und Franziska Gritsch (39./+4,36) waren bei teils diffusem Licht abgeschlagen.

Siebenhofer hadert mit flachem Licht

"Man merkt bei den Schweizerinnen, dass die vor Selbstvertrauen strotzen. Das ist bei mir bei der schlechten Bodensicht mit flacherem Licht leider noch nicht so. Aber trotzdem, wenn man weiß, wie es mir vor der WM gegangen ist, bin ich natürlich zufrieden", sagte Siebenhofer, am Freitag als Zweite nur zwei Hundertstelsekunden hinter Gut-Behrami. Mit den Hundertsteln hadere sie aber nicht. "Wichtig für mich ist einfach, dass das Feeling wieder zurück ist, dass ich wieder ein gutes Gefühl habe beim Skifahren. Dass die Ergebnisse dann auch so sind, ist natürlich doppelt schön."

Tippler fühlte sich besser als am Freitag, "aber die große Liebe ist es nach wie vor nicht. Wenn ich einen Fehler weniger mache, dann bin ich ungefährt da, wo ich hin wollte", erklärte die Steirerin. "Mein Selbstvertrauen hat deswegen aber keinen Knacks. Ich freue mich, dass es morgen in einer ganz anderen Disziplin weitergeht. Abfahrt und Super-G ist wie Slalom und Riesentorlauf, da kann es gleich wieder viel besser gehen." Gar nicht zufrieden zeigte sich Puchner, die ob ihres Rückstands rätselte: "Ich muss das erst analysieren. Das Licht alleine kann es nicht gewesen sein." Venier gab sich zerknirscht: "Es wartet viel Arbeit auf mich im Sommer."

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Das Podest war mit jenen drei Damen bestückt, die auch bei der WM-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo die ersten drei Plätze belegt hatten. Vor zwei Wochen gewann Suter vor Weidle, Super-G- und Riesentorlauf-Weltmeisterin Gut-Behrami war Dritte. "Es ist schön, dass ich mich steigern kann und von einem Tag auf den anderen noch Sachen verbessern kann", sagte die Tessinerin nach ihrem 32. Weltcup-Sieg. Damit ist sie aus Schweizer Sicht nun alleinige Zweite hinter Vreni Schneider (55 Siege). "Sie hat einen super Lauf. Ich denke, sie kann gerade machen, was sie will, es geht ihr super auf", meinte Suter über ihre Teamkollegin.

Suter besitzt nun vor der letzten Abfahrt der Saison noch die Möglichkeit, wie im Vorjahr die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Disziplinwertung zu holen. Sie liegt jetzt 70 Punkte hinter der verletzungsbedingt fehlenden Führenden Sofia Goggia aus Italien. Die US-Amerikanerin Breezy Johnson, die ebenfalls Chancen gehabt hätte, rutschte am Samstag über den Innenski weg und in einen Fangzaun. Das heißt, Suter müsste in Lenzerheide zumindest Zweite werden, dann ist Goggia machtlos. Theoretisch kann ihr Gut-Behrami auch noch die Kugel streitig machen, sie hat 97 Punkte Rückstand auf Goggia. "Wenn ich ehrlich bin, schaue ich nicht auf das", erklärte Suter. "Im Endeffekt geht es mir nicht um diese Kugel."

Vor dem Weltcup-Finale in Lenzerheide findet noch ein Super-G in Val di Fassa statt, danach geht es in Jasna in der Slowakei mit einem Riesentorlauf und einem Slalom weiter, ehe der Tross nach Aare übersiedelt, wo zwei Slaloms zu absolvieren sind.

Der Gewinn der Super-G-Kristallkugel ist für Gut-Behrami nur noch Formsache. Sie liegt da 195 Punkte vor Suter und wird den Triumph voraussichtlich schon am (morgigen) Sonntag fixieren, ein 26. Platz würde ihr in jedem Fall reichen. Im Match um die große Kugel hat Vlhova aber den entscheidenden Vorteil, dass sie als Slalom-Spezialistin im Saison-Finish vier Rennen mehr zur Verfügung hat als Gut-Behrami. Am Samstag belegte Vlhova in der Abfahrt den 12. Platz. (APA)

⛷⏱ Abfahrt der Damen in Val di Fassa - Endstand:


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