Zwei-Meter-Mann trifft am Fließband: Kalajdzic sorgt weiter für Furore

Auch beim 5:1 am Samstag gegen Schalke gab Sasa Kaljdzic seine Visitenkarte wieder ab. Mit elf Treffern belegt der baumlange Stürmer des VfB Stuttgart Platz sechs in der Torschützenliste.

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Funkturm Sasa Kalajdzic sendete auch gegen Schalke Tor-Signale.
© THOMAS KIENZLE

Stuttgart – Für Sasa Kalajdzic läuft es derzeit in der deutschen Bundesliga wie am Schnürchen. Der ÖFB-Teamspieler steuerte am Samstag zum 5:1-Heimsieg über den FC Schalke 04 ein Tor bei und hat damit in den jüngsten fünf Runden immer zumindest einmal gescort. Seine bisher elf Liga-Saisontreffer bedeuten Platz sechs in der Torschützenliste. Im Schnitt netzt Kalajdzic alle 108 Spielminuten und ist aufgrund seiner vier Assists alle 84 Minuten an einem Tor beteiligt.

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Doch nicht nur wegen dieser Statistiken gerät der 23-Jährige immer stärker ins Blickfeld deutscher Medien. Auf der Sportschau-Website als "womöglich einer der spannendsten Spieler der Bundesliga" bezeichnet, gibt Kalajdzic gerne unkonventionelle Interviews - so richtete er etwa am Samstag vor dem Sky-Mikrofon seinem Goalie Gregor Kobel "Ich küss' deine Augen" samt Kusshändchen aus. Der Tormann hatte beim Stand von 3:1 einen Elfmeter gehalten. "Und ich Trottel habe mich bei Kickbase (Anm.: Fußballmanager-App) nicht aufgestellt", sagte Kalajdzic nach seinem Doppelpack im Dezember gegen Union Berlin.

ÖFB-Debüt krönte Comeback nach Kreuzbandriss

Dabei war dem größten Spieler im deutschen Oberhaus - Kalajdzic misst zwei Meter - in seiner Anfangszeit bei Stuttgart nicht zum Scherzen zumute. Kurz nach seinem 2,5 Millionen Euro teuren Transfer von der Admira im Sommer 2019 zog sich der Angreifer eine schwere Knieverletzung zu und wurde erst gegen Ende der vergangenen Saison wieder matchfit.

Der Durchbruch folgte in dieser Spielzeit, als Belohnung gab es im Oktober gegen Rumänien das Debüt im ÖFB-Nationalteam. Damit sollten auch die Spekulationen um einen Nationenwechsel des ehemaligen ÖFB-U21-Internationalen beendet sein. Die Eltern des gebürtigen Wieners sind vor dem Krieg geflüchtete bosnische Serben, daher galt auch Serbiens Auswahl als Option.

Dass es Kalajdzic überhaupt zu einem Teamspieler brachte, war lange Zeit nicht absehbar. Im Gegensatz zu den meisten aktuellen Profis durchlief er keine Akademie, sondern kickte zunächst für Donaufeld und die Vienna, eher er als knapp 19-Jähriger bei den Admira Juniors landete. Zu den Südstädtern kam Kalajdzic als ausgebildeter Mittelfeldspieler, der damalige Juniors-Coach Ernst Baumeister funktionierte ihn zum Mittelstürmer um - mit dem Ergebnis, dass Kalajdzic nun in der deutschen Bundesliga für Furore sorgt. (APA)


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