Nur einspurig befahrbar: Erdrutsch verlegte die Felbertauernstraße bei Ainet

Der Murenabgang ereignete sich nahe dem Gasthof Bad Weiherburg in Ainet. Auf unbestimmte Zeit müssen die Verkehrsteilnehmer im einspurigen Bereich mit Verzögerungen rechnen.

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Einsatzkräfte haben die betroffene Stelle am Montag geräumt und mit Betonleitwänden eine einspurige Passiermöglichkeit geschaffen.
© Christoph Blassnig

Von Christoph Blassnig

Ainet – Auf unbestimmte Zeit müssen Verkehrsteilnehmer auf der viel befahrenen B108 Felbertauernstraße bei Ainet in Osttirol mit Verzögerungen rechnen. Nach einem Murenabgang nahe dem Gasthof Bad Weiherburg am Montag muss dieser Abschnitt vorerst einspurig geführt werden. Noch bis in den späten Vormittag war in Schüben weiteres Material nachgerutscht. „Wir haben in diesem Bereich absolut nicht mit Problemen gerechnet“, erklärte Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, vor Ort. „Es ist leider nicht möglich auszuschließen, dass der Boden in Bewegung bleibt.“

Der betroffene Hang grenzt an dieser Stelle direkt an die Felbertauernstraße, ist aber eigentlich relativ dicht bewaldet. „Weil es hier auch eine gute Durchmischung mit vielen Laubbäumen gibt, sind wir von einem stabilen Geländeaufbau ausgegangen“, zeigte sich der Lienzer Landesbeamte von dem Ereignis überrascht. Die Straße war für mehrere Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt, bis Baufahrzeuge das Murenmaterial entfernt und zur Absicherung des Verkehrs Betonleitwände installiert hatten. Es bildete sich auf beiden Seiten ein Stau.

Schmelzwasser als Auslöser

„Die Mure war sehr groß und hat eine Länge von rund hundert Metern und eine Breite von bis zu 30 Metern erreicht“, beschrieb der Landesgeologe Roman Außerlechner die Situation am Montag nach einem Lokalaugenschein. „Auslöser waren Schmelzwässer, die den Hang unterspült haben.“ In einem flachen Abschnitt oberhalb des Gefälles dürfte sich im Bereich eines Feldes das Schmelzwasser gesammelt haben.

„Um weitere Maßnahmen hinsichtlich notwendiger Sanierungen treffen zu können, wird nun die Entwässerung des Hangs in den kommenden Tagen beobachtet“, teilte das Land Tirol in einer Aussendung mit. „Der Hang befindet sich noch in Bewegung. Nachrutschungen können nicht ausgeschlossen werden. Entsprechende Vorkehrungen werden getroffen.“ Daher wagen die Experten auch keine Vorhersagen, wie lange die Verkehrsbehinderungen auf der Felbertauernstraße dauern werden.


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