Britische Variante baut Dominanz in Österreich weiter aus

Laut Ampelkommission stiegen die Anteile der Mutation N501Y in einer Woche von 58 auf 64 Prozent. Außerdem wurden erste Verdachtsfälle auf die brasilianische Variante gemeldet.

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Proben in einem Labor des Forschungsinstituts für Molekulare Medizin in Wien. (Symbolfoto)
© ROLAND SCHLAGER

Wien – Aus der Sitzung der Corona-Ampelkommission am Donnerstag geht hervor, dass die Anteile der Mutation N501Y - mehrheitlich der britischen Variante B.1.1.7 zuzuordnen - in ganz Österreich mit Ausnahme Vorarlbergs ihre Dominanz ausbauen. Von 58 Prozent in Kalenderwoche 7 stieg der Anteil in Kalenderwoche 8 (22. bis 28. Februar) auf 64 Prozent. In Tirol konnte die Verbreitung der südafrikanischen Virusvariante B1.351 indes unter Kontrolle gehalten werden.

Jedoch wurde für die letzte Februarwoche auch die Detektion von sporadischen Verdachtsfällen der brasilianischen Variante (B.1.1.28) vermeldet, die derzeit noch unter epidemiologischer und molekularbiologischer Abklärung stehen. Das Verhältnis der Anteile von Mutation N501Y und der bisher bekannten "Wildvariante" des Virus SARS-CoV-2 hat sich im Februar in Österreich jedenfalls umgekehrt. Lag der Anteil des herkömmlichen Virus in der ersten Februarwoche noch bei rund 62 Prozent sank er auf 36 Prozent in der vergangenen Woche.

Ost-West-Gefälle bei Mutationen

Beim Vergleich der Bundesländer und ihrer Anteile an den Mutationen N501Y zeigt sich aktuell dabei weiter das vorherrschende Ost-West-Gefälle: Ganz im Westen bildet Vorarlberg mit rund 30 Prozent Anteil die Ausnahme als einziges Bundesland, in dem die neuen infektiöseren Varianten noch nicht dominant ist.

Laut dem AGES-Variantenbericht vom Mittwoch, dem der Bericht der Corona-Kommission zugrunde liegt, ist in allen weiteren Bundesländern inzwischen ein Anteil von zumindest über 50 Prozent erreicht worden, wie etwa in Oberösterreich, der Steiermark und Tirol. In Wien (72 Prozent), Salzburg (79) und dem Burgenland mit sogar 88 Prozent liegen die Spitzenreiter mit Werten über dem Österreichschnitt von knapp zwei Dritteln.

Problematisch ist die Situation weiterhin bei der Durchimpfungsrate: Trotz der positiven Entwicklung hinsichtlich der Durchimpfungsrate der Bewohnerinnen und Bewohner der Alten- und Pflegeheime, ist die Impfprävalenz insbesondere in der Altersgruppe der 60- bis 80-Jährigen aktuell weiter noch zu niedrig, "um dynamische Anstiege in den Intensivstationen zu verhindern", urteilte die Kommission.

Aufgrund der steigenden Fallzahlen in der Altersgruppe der über 65-Jährigen in der Kalenderwoche 8 wies die Kommission zudem darauf hin, "dass diese Alterskohorte besonders systemrelevant ist, da diese im Regelfall den größten Anteil der intensivpflichtigen Patienten darstellt und die Durchimpfungsrate derzeit nur gering ausgeprägt ist. Daher ist diese Altersgruppe hinsichtlich Impfstrategie besonders prioritär zu sehen". (APA)


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