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Wie der Sohn zum Diktator wurde: Die Briefe von Alois Hitler

31 Briefe, die 126 Jahre lang auf einem Dachboden verstaubten, beschreiben das Leben eines Bienenzüchters, der davon träumt, Bauer zu sein. An sich nicht spektakulär. Stammten sie nicht von Alois Hitler, dem Vater des Diktators.

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Adolf Hitler wurde von seinem Vater viel mehr geprägt als von seiner Mutter, wie die Briefe zeigen.
© picturedesk.com

Von Judith Sam

Die 31 Briefe sehen unscheinbar aus. Ein dünnes Paket, mit Zwirn verschnürt, mit Wachssiegeln verschlossen und mit schwungvoller Schrift an einen pensionierten Straßenmeis­ter adressiert. Kein Wunder, dass Historiker Roman Sandgruber anfangs skeptisch war, als ihm angeboten wurde, sie zu analysieren: „Als ich sie in Händen hielt, war mir rasch klar, dass es sich um Briefe aus der Feder Alois Hitlers handelt – 
dem Vater des Diktators.“

126 Jahre lang waren die Dokumente unbeachtet auf dem Dachboden der Urenkelin von Alois Hitlers Geschäftspartner Josef Radlegger verstaubt, bis diese auf sie aufmerksam wurde und dem langjährigen Ordinarius der Linzer Universität übergab: „80 Prozent der bekannten Dokumente über Hitler sind Fälschungen und aus seiner Kindheit gibt es quasi keine schriftlichen Daten.“ Umso spektakulärer ist der Fund aus der Zeit, als Hitler sechs Jahre alt war.


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