Die Äsche ist in Tirol vom Aussterben bedroht

Die Äsche ist der Fisch des Jahres 2021. Die letzte echte heimische Fischart reagiert empfindlich auf Umwelteinflüsse, sie fühlt sich z. B. in verbauten Flüssen nicht wohl.

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Die Äsche liebt Flüsse mit natürlichen Ufern, an denen Pflanzen wachsen. Verbaute Flüsse, steigende Wassertemperaturen und Wasserkraftwerke machen ihr dagegen das Überleben schwer.
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Innsbruck ‒ Die Äsche wurde zum Fisch des Jahres 2021 gewählt. Damit will man darauf hinweisen, wie stark die heimische Fischart gefährdet ist. „Leider ist die Äsche in allen Hauptflüssen Tirols vom Aussterben bedroht. Nahezu überall sind die Bestände angeschlagen. Da die Äsche Ufer mit Baumwurzeln und Buchten benötigt, die passende Stellen als Unterstände oder zum Ablaichen bieten, sind unsere verbauten Flüsse für sie ungeeignet.

Vor allem das Schwallwasser von Wasserkraftwerken an den Zuflüssen des Inns macht den Äschen zu schaffen. Ihr Laich, der über dem Kiesboden in Gruben abgelegt wird, wird weggeschwemmt und/oder vom mitgeführtem Schlamm begraben“, erklärt Eva Oberauer vom Alpenzoo.

📽️ Video | Die Äsche im Alpenzoo (Fritz Schmidt)

Die Innäschen – eine Unterart der Äschen – sind übrigens die letzte echte einheimische Fischart in Tirol. Eine typische Äschenregion ist der Inn im Tiroler Oberland, sagt Eva. Bestimmte Abschnitte von Flüssen werden oft nach Fischarten benannt. „Es sind Abschnitte, in denen eine gewisse Strömung und Wassertemperatur, ein entsprechender Sauerstoffgehalt sowie ein bestimmter Bodengrund und eine passende Bepflanzung vorherrschen. In diesen leben dann Fische, die an diese Verhältnisse angepasst sind. Meist kommt eine Fischart vor allem nur in diesen Regionen verstärkt vor“, erklärt Eva.

Im Alpenzoo kannst du als Besucher eine Äsche sehen. Sie ist noch nicht erwachsen und daher weiß man nicht, ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist.
© Alpenzoo

Die Äsche ist übrigens mit keinem anderen Fisch verwechselbar, das auffälligste Merkmal „ist die große Rückenflosse, die beim Männchen länger und größer ist“, so Eva. Mit ihr versucht das Männchen, während der Laichzeit das Weibchen zu beeindrucken. Die Äsche heißt mit wissenschaftlichem Namen „Thymallus thymallus“, womit sich schon erkennen lässt, was eine ihrer Besonderheiten ist: Sie schmeckt nach Thymian und ist daher als Speisefisch sehr beliebt. Um den Äschenbestand in den Flüssen nicht zu verkleinern, werden immer wieder Jungäschen von Fischereiverbänden ausgesetzt.

Junge Äschen leben noch gern in kleineren Gruppen. Erwachsene Äschen sind eher Einzelgänger und vertragen sich nicht mit Artgenossen.
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Während junge Äschen gerne in kleineren Gruppen leben, sind erwachsene Äschen eher Einzelgänger und vertragen sich nicht mit Artgenossen. Deshalb kann man nur eine Äsche in einem Aquarienbecken halten. „Im Schauraum des Aquariumgebäudes im Alpenzoo kann man gut beobachten, dass die Äsche in ihrem Becken auch gegenüber anderen Fischarten dominant ist. Das erkennt man daran, dass sie ihre Mitbewohner aus ihrer Nähe vertreibt und lieber allein herumschwimmt“, sagt Eva. Im Alpenzoo leben derzeit drei Äschen, eine davon können die Besucher sehen, „die beiden anderen sind hinter den Kulissen im Aquarienkeller untergebracht“. (Brigitte Warenski)


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