Auftakt für Impfaktion im Bezirk Schwaz: „Guter Tag“ im Kampf gegen Pandemie

48.500 Personen sollen binnen weniger Tage in Schwaz gegen das Coronavirus geimpft werden. Am Donnerstag ist die Aktion reibungslos gestartet. Die Termine wurden „größtenteils wahrgenommen“.

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Auch in der Sportresidenz Zillertal in Uderns wird seit Donnerstag geimpft.
© Fankhauser

Schwaz – Die erste Durchimpfung der Bevölkerung des Bezirkes Schwaz ist am Donnerstag problemlos und unter reger Beteiligung gestartet. Bis zum späten Vormittag wurden in den 26 Impfstationen bereits zahlreiche Impfungen durchgeführt, die Impftermine wurden „größtenteils wahrgenommen“, hieß es seitens des Landes. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zeigte sich bei einem Lokalaugenschein in der Bezirkshauptstadt Schwaz „beeindruckt von der Bevölkerung“.

Innerhalb von fünf Tagen sollen die ersten Teilimpfungen, die von Ärzten oder diplomiertem Gesundheitspersonal nach ärztlicher Anordnung durchgeführt werden, abgeschlossen sein. 48.500 Personen haben sich für eine Impfung angemeldet – davon haben mit Stand heute, Donnerstagfrüh, rund 45.800 Personen ihren Impftermin bereits bestätigt.

📽️ Video | Lokalaugenschein zum Impfstart in Schwaz

Es ist sehr erfreulich, dass so viele Menschen im Bezirk der Impfeinladung gefolgt sind. Die hohe Impfbereitschaft macht mich als Landeshauptmann dankbar und hilft uns dabei, die südafrikanische Virus-Mutation gezielt zu bekämpfen.
Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)
Corona-Einsatzleiter Elmar Rizzoli, Landeshauptmann Günther Platter und der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner.
© Thomas Böhm

Für Platter „ein guter Tag“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie

Die Menschen seien „impfbereit“, so Platter, er sei „froh“ über die große Zustimmung bzw. Teilnahme an der Aktion. „Das ist ein guter Tag für die Bekämpfung der Mutation“, betonte der Landeschef bei einem Medientermin. Darüber hinaus handle es sich um ein „Signal, die Pandemie zu bekämpfen“, meinte Platter und bezeichnete den Bezirk einmal mehr als „Modellregion“.

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Laut Land habe es durch die exakte Zuteilung der Impfzeitpunkte bisher kaum Wartezeiten gegeben. Bis Montag soll die erste Impf-Runde abgeschlossen sein. Platter verwies auf die logistische und organisatorische Leistung, die es erst möglich gemacht hätten, die Durchimpfung des Bezirks innerhalb so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen.

Impfstation in Stumm im Zillertal.
© Fankhauser

Mit E-Card, Impfpass und Lichtbildausweis zur Impfung

Zur Impfung jeweils mitzubringen ist der ausgefüllte „Aufklärungs- und Dokumentationsbogen Corona-Schutzimpfung“, welcher mit Zustellung des Impftermins übermittelt wurde. Außerdem sind die E-Card, ein gültiger Lichtbildausweis sowie – wenn vorhanden – der analoge Impfpass mitzunehmen. Vor Ort sind alle Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Inklusive der nach der Impfung vorgesehenen kurzen Beobachtungsphase (circa 15 Minuten) dauert die Impfung damit insgesamt etwa 30 Minuten.

Eine Schwazerin und die Ärztin nach der Impfung im SZentrum.
© Thomas Böhm

„Wir appellieren an alle teilnehmenden Personen, ihre jeweiligen Impftermine unbedingt einzuhalten und pünktlich zur Impfung zu erscheinen. Dadurch können wir einen reibungslosen Ablauf für alle Beteiligten bestmöglich gewährleisten“, so Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes. „Alle Personen, die ihren Impftermin jetzt noch nicht bestätigt haben, werden gebeten, dies so schnell wie möglich nachzuholen.“

In Fügen liefen die Impfungen auf Hochtouren.
© Gemeinde Fügen

Alleine 8000 Anmeldungen in Stadt Schwaz

Alleine in der Bezirkshauptstadt Schwaz haben sich rund 8000 Personen im Rahmen dieser Impfaktion für eine Impfung angemeldet, berichtet das Land Tirol. Die Impfungen erfolgen im Schwazer Stadtsaal. Dort stehen sieben Impfstraßen sowie täglich rund 30 bis 40 Personen, darunter Ärztinnen und Ärzte, diplomiertes Gesundheitspersonal sowie Verwaltungspersonal und weitere Mitarbeiter im Einsatz, um die Impfungen durchzuführen und die damit verbundene Logistik abzuwickeln.

„Die Stimmung ist gut. Zahlreiche Schwazerinnen und Schwazer berichten mir, dass sie froh sind, nun im Rahmen der Impfaktion bereits eine Impfung zu erhalten. Dadurch, dass wir im Stadtsaal bereits auch die Impfungen der Über-80-Jährigen durchgeführt haben und sich dies gut bewährt hat, haben wir sozusagen eine Generalprobe für die jetzt angelaufene große Impfaktion absolviert und sind bestens aufgestellt für einen reibungslosen Ablauf“, sagte Hans Lintner, Bürgermeister der Stadt Schwaz.

📽️ Video | Impfung im Bezirk Schwaz problemlos gestartet

Corona-Beauftragter berichtet von Auftakt ohne große Probleme

Laut Gert Delazer, Coronabeauftragter der Stadt Schwaz, gab es bisher in Schwaz keine Probleme bei der Impfstraße. Es hätten auch keine Personen, die nicht angemeldet sind, abgewiesen werden müssen. Einige Impfwillige kamen ohne Termin, da sie die Bestätigungsmail nicht aktiviert hatten, ihnen sei aber ein Termin vor Ort zugeteilt worden.

Die Impfstraße im SZentrum in Schwaz.
© Thomas Böhm

Seit 7 Uhr in der Früh herrschte im SZentrum in Schwaz ein reges Kommen und Gehen. Der Andrang zur Impfstraße ist sehr groß. So mancher Schwazer nimmt auch genug Zeit mit, denn es bilden sich immer wieder kürzere Warteschlagen bis zur Anmeldung und dann bis zur Impfung. Danach werden die Geimpften noch rund 20 Minuten im Foyer von medizinischem Personal beobachtet. „Mir geht es soweit gut, das ging auch alles recht rasch mit der Impfung. Ich bin froh, dass nun der erste Schritt getan ist“, meint eine ältere Schwazerin gegenüber der TT.

In Kaltenbach wird bei einem niedergelassenen Arzt geimpft.
© Fankhauser

Tests bei Ausreise aus Bezirk nun vorerst verpflichtend

Der Beginn der Impfaktion bedeutet auch, dass es vorerst nur möglich sein wird, mit einem aktuellen und negativen Corona-Testergebnis den Bezirk zu verlassen. Das gilt für Personen, die sich länger als 24 Stunden im Bezirk aufgehalten haben. Die Maßnahme endet mit 25. März.

Personen mit Wohnsitz im Bezirk Schwaz bzw. Personen, die sich länger als 24 Stunden im Bezirk Schwaz aufhalten, müssen bei der Ausreise einen negativen PCR-Test – nicht älter als 72 Stunden – oder Antigen-Test – nicht älter als 48 Stunden –mitführen, der im Rahmen von Tests durch dazu befugte Stellen (z.B. „Screening-Straßen“, Testaktionen des Landes, niedergelassene ÄrztInnen, Apotheken) erlangt wurde. Auch Testungen, die außerhalb des Bezirks Schwaz vorgenommen wurden, werden anerkannt.

Kontrolle n der Polizei bei der Ausreise aus dem Bezirk Schwaz.
© Thomas Böhm

Diese Regelungen, ebenso wie alle anderen Schutzmaßnahmen gelten vorerst auch für Geimpfte. Es ist noch nicht gänzlich geklärt, ob geimpfte Personen das Virus weitergeben können, auch wenn sie durch die Impfung selbst nicht daran erkranken. Es gibt erste Hinweise, dass die Impfung dafür sorgt, dass die Virenausscheidung deutlich verringert ist. Bis solche Aspekte medizinisch-wissenschaftlich restlos geklärt sind, sei es notwendig, die vom Bund vorgegebenen Schutzmaßnahmen weiterzuführen, um Menschen zu schützen, die sich beispielsweise aufgrund ihres Gesundheitszustands derzeit nicht impfen lassen können, heißt es in einer Aussendung des Landes Tirol.

Darüber hinaus trete die optimale Schutzwirkung einer Covid-Impfung nach derzeitigem Kenntnisstand circa sieben Tage nach der zweiten Teilschutzimpfung ein. (TT.com)


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