ÖVP machte falsche Angaben zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

In der Vorweihnachtszeit behauptete die ÖVP, Österreich habe bereits 5000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen. Eine parlamentarische Anfrage zeigt nun: Es waren nur 186.

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Von vielen Seiten wurde zu Jahresende die Aufnahme von Kindern aus griechischen Lagern wie Kara Tepe gefordert.
© MANOLIS LAGOUTARIS

Wien – Als in der Vorweihnachtszeit vergangenes Jahr angesichts der katastrophalen Lage in den griechischen Flüchtlingscamps die Rufe nach der Aufnahme von Kindern immer lauter wurden, blieb die ÖVP hart: Man habe allein in diesem Jahr „5000 unbegleitete Minderjährige aufgenommen“, schmetterten sowohl Integrationsministerin Susanne Raab als auch Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) die Forderungen aus Zivilgesellschaft, Kirche und Politik ab.

Die Minister Nehammer und Raab hantierten mit falschen Zahlen.
© JOE KLAMAR

Wie sich nun herausstellt, waren diese Angaben jedoch schlichtweg falsch: Ö1 berichtet am Dienstag von einer parlamentarischen Anfrage, in der die NEOS Zahlen zur Flüchtlingsaufnahme forderten. Das Ergebnis: Österreich hat nicht 5000, sondern nur 186 unbegleitete Minderjährige aufgenommen.

Zwar wurde in Österreich im vergangenen Jahr 5730 Minderjährigen rechtskräftig Schutz zuerkannt, über 3200 von ihnen wurden jedoch in Österreich geboren. Die übrigen 2300 bekamen in Familienbegleitung Schutz zuerkannt, berichtet der Sender.„Ich halte es für zutiefst unseriös und auch moralisch verwerflich, wenn die ÖVP mit nachweislich falschen Zahlen hantiert“, sagte NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper gegenüber Ö1. (TT.com)


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