Zu lange vor dem Bildschirm: Brillenglas soll Kurzsichtigkeit ausbremsen

30 bis 40 Prozent der Kinder haben ein Risiko für Kurzsichtigkeit. Mit einem neuen Brillenglas soll diese Entwicklung bei Kindern ausgebremst werden.

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30 bis 40 Prozent der Kinder haben ein Risiko für Kurzsichtigkeit.
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Innsbruck – Eigentlich sollten Kinder genauso viel Zeit im Freien bei Tageslicht verbringen, wie sie vor einem Bildschirm sitzen, um Kurzsichtigkeit vorzubeugen. Oftmals ist das aber nicht machbar. „Über längere Zeiträume führt das zu einem verstärkten Längenwachstum des Augapfels und der Abstand zwischen Augenlinse und Netzhaut vergrößert sich“, erklärt Stefan Isser, Landesinnungsmeister der Augenoptiker.

Jedes dritte Kind in Tirol habe ein Risiko, die Tendenz bzw. eine tatsächliche Kurzsichtigkeit zu entwickeln, die im Alter zu gravierenden Sehbehinderungen und bis zur Erblindung führen kann. Neben zu wenig Tageslicht seien auch zu viel blaues Licht, zu wenig Schlaf, zu wenig Leseabstand und genetische Ursachen Risikofaktoren. Eltern merken das, u. a. wenn ihr Nachwuchs mit zusammengekniffenen Augen vor dem Fernseher sitzt.

Ab April wird nun ein neues Brillenglas erhältlich sein, das die Weiterentwicklung der Kurzsichtigkeit bei Kindern ausbremsen kann. „Die Grundvoraussetzung dafür ist die richtige Anwendung, wie es der Optiker oder Augenarzt empfiehlt. Das Glas wird speziell angepasst, damit es sehr nah am Auge liegt. In der Mitte hat man eine scharfe Abbildung, welche die Kurzsichtigkeit und Hornhautkrümmung korrigiert, die Ränder sind unscharf, damit der Wachstumsschub nicht mehr passiert“, erklärt Isser das Prinzip der „MiyoSmart“-Gläser.

Der Haken: Mit 280 Euro pro Glas handelt es sich um eine kostspielige Brille. Isser geht davon aus, dass die Krankenkassa in absehbarer Zeit Zuzahlungen leisten wird, wie sie es für entsprechende Tages- und Nachtlinsen, die es schon länger gibt, bereits tut. (thm)


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