Motorradfahrverbot im Außerfern kommt nun jedes Jahr

Die Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB gelten vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres. Das teilte LHStv. Ingrid Felipe am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit.

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Gemeinsam mit (v.l.) David Schnaiter, Christoph Lechner und dem Leiter der Landesverkehrsabteilung, Markus Widmann, präsentierte LHStvin Ingrid Felipe die Ergebnisse der Studie zur Wirksamkeit der Fahrverbote für laute Motorräder im Bezirk Reutte.
© Land Tirol/Gratl

Innsbruck – Im vergangenen Sommer galt für besonders laute Motorräder ein Fahrverbot auf mehreren Straßen im Außerfern. Nach der Auswertung des Pilotprojekts wird dieses nun jedes Jahr gelten – immer von 15. April bis 31. Oktober. Das teilte am Donnerstag Verkehrslandesrätin und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) mit. Das Verbot gilt für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB.

"Die gesetzten Maßnahmen zeigen Wirkung und finden auch bei der Bevölkerung im Außerfern große Zustimmung. Zudem ist die Anzahl der Motorräder um über ein Drittel zurückgegangen. Dies alles spricht für eine Beibehaltung der gesetzten Maßnahmen, auch in den kommenden Jahren," sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Zwischen 36 und 50 Prozent weniger Motorräder

Grundlage ist die begleitende Studie zu den Fahrverboten vom 10. Juni bis 31. Oktober 2020 und auf einer repräsentativen Befragung von 250 Anwohnern aus 19 Gemeinden. "Wir haben dazu die Daten von fünf automatischen Dauerzählstellen im Zeitraum von 1. Juni bis 30. September ausgewertet. Insgesamt konnte eine Reduktion um durchschnittlich 36 Prozent – am Hahntennjoch sogar um 50 Prozent – an Sommersonntagen im Vergleich zu 2017 festgestellt werden, was einer Lärmpegelminderung bei den Motorrädern von durchschnittlich 2 dB entspricht", erklärte Christoph Lechner, Vorstand der Abteilung Emission Sicherheitstechnik Anlagen (ESA).

Die Corona-Pandemie habe natürlich auch Einfluss auf den Motorradverkehr gehabt. "Definitive Aussagen über die Höhe dieses Einflusses auf die Motorradanzahl auf den betroffenen Straßen sind allerdings nicht möglich."

Mehrheit der Anrainer für Fahrverbote

Nach Ende der Fahrverbote wurden Anrainer befragt. "Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass der Motorradlärm in ihrer Wahrnehmung abgenommen hat. Nahezu gleich viele sprechen sich auch für die Beibehaltung der spezifischen Fahrverbote aus. Insgesamt steht eine deutliche Mehrheit den getroffenen Maßnahmen positiv gegenüber", sagte Studien-Co-Autor David Schnaiter.

"Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen, unabhängig von den erheblichen Einflüssen der Corona-Pandemie auf das Verkehrsaufkommen, die gewählte Vorgehensweise der vergangenen Pilotsaison, weshalb wir die Fahrverbote für Motorräder mit einem Nahfeldpegel über 95 dB vom 15. April bis 31. Oktober eines jeden Jahres auf den fünf Straßenzügen mit einer Gesamtlänge von 126 Kilometer verordnen", erklärte Felipe. (TT.com)

📽️ Video | Bevölkerung befürwortet Verbot lauter Motorräder:


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