Verschärfungen im Osten: Längere Ferien und „Osterruhe“ im Handel

Die zunehmende Belastung der Intensivstationen führt nun zu schärferen Maßnahmen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die Schulferien werden dort um eine Woche verlängert bzw. wird ins Distance Learning übergegangen. Dazu wird der Handel in einer Art „Osterruhe“ schließen.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Im Osten Österreichs wird es aufgrund der übermäßigen Belastung der Spitäler mit Corona-Intensivpatienten zu neuen Maßnahmen kommen. Die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland haben am Dienstag bis tief in die Nacht mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gerungen und sich gegen 2.30 Uhr auf Verschärfungen geeinigt. Am Mittwoch wurden weitere Gespräche geführt, am Abend sollen dann die Details präsentiert werden. Von offizieller Seite hielt man sich zunächst mit Informationen noch vollkommen bedeckt, was für große Verwunderung sorgte.

Längere Ferien und „Osterruhe“ im Handel

Nach Informationen der APA ist jedoch geplant, die Schulferien in den drei Bundesländern um eine Woche zu verlängert bzw. ins Distance Learning überzugehen. Dazu soll der Handel in einer Art „Osterruhe“ von Gründonnerstag bis Dienstag nach Ostern schließen – dies allerdings nicht für Produkte des täglichen Bedarfs.

Ausgeweitet werden sollen betriebliche Testungen auf möglichst einmal pro Woche. Deutlich verschärfen will man ferner die Einreiseregeln, konkret soll bei Einpendlern die Test-Gültigkeit stark verkürzt werden. Derzeit liegt sie bei einer Woche. Zudem ist geplant, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske – die im Handel, in Öffis oder auch in Amtsgebäude jetzt bereits gilt – generell auf Innenräume auszudehnen.

Dem Vernehmen nach hätte sich Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wie auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch schärfere Maßnahmen wie einen längeren Lockdown vorstellen können. Vor allem Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) soll da aber gebremst haben. Für Ärger bei den Landeshauptleuten hat gesorgt, dass Experten beim gestrigen Gespräch mit dem Gesundheitsministerium die Lage plötzlich viel dramatischer geschildert hätten als noch am Tag davor beim Bund-Länder-Gipfel im Kanzleramt. Da sei noch mit keiner Silbe von einem Lockdown gesprochen worden: „Es braucht mehr Verlässlichkeit“, hieß es aus Länderkreisen

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Insgesamt sah man aber das Gespräch mit Anschober, in das auch das Kanzleramt eingebunden war, als sehr konstruktiv an. Eine enge Zusammenarbeit scheint auch wichtig, denn Experten schilderten beim "Ost-Gipfel" die Situation an den Wiener Spitälern als "äußerst kritisch". Im Wiener Rathaus wurde am Mittwoch auch nicht ausgeschlossen, in einem zweiten Schritt die Maßnahmen zumindest in der Bundeshauptstadt zu verschärfen. Dies wird laut APA-Informationen dann überlegt, wenn die Infektionszahlen weiterhin so stark ansteigen wie bisher. (APA, TT.com)

📽️ Video | Schärfere Maßnahmen in Ost-Österreich fix


Kommentieren


Schlagworte