Lawine auf Giggler Spitze riss Mutter und Tochter mit: schwer verletzt

In Tobadill wurden zwei Frauen von einer Lawine teilweise verschüttet und schwer verletzt. Sie konnten geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden.

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Die rund 50 Meter breite Schneebrettlawine riss die beiden Tourengeherinnen 150 bzw. 250 Meter weit mit.
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Tobadill – Bei einem Lawinenabgang im Gemeindegebiet von Tobadill im Bereich der Giggler Spitze sind gestern zwei Frauen zumindest teilweise verschüttet worden. Laut ersten Informationen wurden die beiden Tourengeherinnen dabei schwer verletzt.

Ereignet hatte sich das Unglück gegen 11.20 Uhr. Die dreiköpfige Familie – Vater, Mutter und Tochter – war im Rahmen einer als anspruchsvoll geltenden Tour dabei, westseitig vom Gipfel der Giggler Spitze in Richtung Giggler Alpe abzufahren. Die 54-jährige Frau und die 29-jährige Tochter fuhren zunächst einzeln voraus. Nach etwa 100 Höhenmetern hielten die beiden laut Auskunft der Alpinpolizei an und warteten auf den Familienvater (63), der nachkommen sollte. Oberhalb der Frauen ging dann schließlich eine zirka 50 Meter breite Schneebrettlawine ab und riss Mutter und Tochter rund 150 bzw. 250 Meter mit, sie wurden dabei teilweise verschüttet, konnten aber offenbar vom Mann aus den Schneemassen befreit werden. Augenzeugen, die das Unglück beobachtet hatten, setzten einen Notruf ab.

Die Notarzthubschrauber Martin 2 und Christophorus 5 sowie die „Libelle“, der Helikopter des Innenministeriums, stiegen auf, um die verletzten Frauen und den unverletzt gebliebenen Mann zu bergen. Die Mutter und ihre Tochter wurden ins Krankenhaus Zams geflogen, der Vater ins Tal gebracht. Laut Alpinpolizei handelte es sich bei den drei um erfahrene Tourengeher. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte Lawinenwarnstufe drei. Im Einsatz standen die Bergrettung Land­eck, die Alpinpolizei, zwei Rettungshubschrauber und der Polizeihubschrauber.

Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol weist darauf hin, dass aufgrund des zuletzt deutlichen Temperaturanstiegs und der immer noch beträchtlichen Schneemengen auf den Bergen vor allem in den kommenden Tagen in niederen und mittleren Lagen bis zu 2200 Metern Seehöhe immer wieder mit Gleitschnee- und Nassschneelawinen zu rechnen ist. Auch der bereits hohe Stand der Sonne trage zusätzlich zum Anstieg der Lawinengefahr bei. „Wichtig ist jetzt vor allem das richtige Timing“, betont der Lawinenexperte und meint damit, dass Touren so geplant werden sollten, dass man zur Mittagszeit bereits wieder im Tal ist. (np)


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