Gazprom rechnet mit Fertigstellung von Nord Stream 2 in diesem Jahr

Der russische Energieriese Gazprom geht davon aus, dass die Arbeiten an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in den nächsten Monaten abgeschlossen werden. Die USA schließen weitere Sanktionen nicht aus.

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99 Prozent der Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 wurden bereits verlegt.
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Moskau – Ungeachtet wiederholter Forderungen der USA nach einem Baustopp der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 rechnet der russische Energieriese Gazprom mit einem Ende der Arbeiten noch in den nächsten Monaten. "Sie wird definitiv in diesem Jahr fertiggestellt", sagte Gazprom-Aufsichtsratschef Viktor Subkow der russischen Staatsagentur TASS zufolge am Freitag. Es gebe "nur noch wenig zu vervollständigen". Mehr als 90 Prozent der Rohre seien bereits verlegt.

Der Kreml hatte sich wiederholt zuversichtlich gezeigt, dass das Projekt beendet wird. Die Leitung soll künftig 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland befördern. An der Finanzierung des Projekts ist auch der Öl-und Gaskonzern OMV beteiligt.

USA drohen mit weiteren Sanktionen

Zuletzt hatte US-Außenminister Antony Blinken Deutschland zum Baustopp aufgefordert. Er hatte zudem weitere Sanktionen gegen die Pipeline nicht ausgeschlossen, um eine Fertigstellung zu verhindern. Die USA begründen ihre Ablehnung des Projekts mit der ihrer Ansicht nach zu großen Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas. Washington hatte im Jänner bereits Sanktionen gegen ein am Bau beteiligtes Unternehmen verhängt. Pipeline-Befürworter werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen. (APA/dpa)

Nord Stream 2: Chronologie eines Megaprojekts

Nord Stream 2 wird weitgehend parallel zu Nord Stream 1 gebaut und verläuft vom russischen Ust-Luga durch die Ostsee bis an die Ostseeküste Deutschlands.

Zwei Stränge sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von Russland nach Deutschland befördern.

Die Bauarbeiten starteten im Mai 2018.

Ursprünglich sollte der Bau bis Ende 2019 fertiggestellt werden.

Aber: Den USA ist das Projekt ein Dorn im Auge. Aufgrund von Sanktionen sind 18 Unternehmen aus dem Projekt ausgestiegen.

Nach dem Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny wurden die Forderungen lauter, das Megaprojekt zu stoppen.

Nichtsdestotrotz steht das Projekt nach langer Verzögerung nun kurz vor dem Abschluss.

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