Messerangriff in Vancouver: Eine Tote und sechs Verletzte

Der mutmaßliche Täter, der wahllos auf Menschen eingestochen haben soll, wurde nach der Tat festgenommen. Zum Zustand der Verletzten und zum möglichen Tatmotiv machten die Ermittler vorerst keine Angaben.

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Vancouver – Bei einem Messerangriff in Vancouver ist eine Frau getötet worden, sechs weitere Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Augenzeugenberichten zufolge stach der mutmaßliche Täter am Samstag wahllos auf Menschen in und anschließend außerhalb einer Bibliothek der kanadischen Westküstenstadt ein, bevor er von Polizisten überwältigt wurde. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Einzeltäter aus. Sein Motiv war zunächst unklar.

Der Angriff in einem ruhigen, gutbürgerlichen Viertel von Vancouver löste bei vielen Bewohnern Schock aus. Auch Polizeisprecher Frank Jang nannte die Attacke "absolut schockierend". Die Polizei geht davon aus, dass der Mann den Angriff alleine verübte, sagte Jang. Der Mann war demnach vorbestraft und der Polizei bekannt. Er sei noch nicht verhört worden, sein Motiv sei unbekannt. Namen und weitere Details zu dem Täter wollte Jang zunächst nicht nennen.

Der Mann begann seine Angriffe offenbar zunächst in der öffentlichen Bibliothek und setzte sie dann in ihrer Umgebung fort. An einer Ampel stach er sich laut einem Video des kanadischen Senders CTV offenbar selbst ins Bein, bevor er zusammenbrach und von mehreren Polizisten festgenommen wurde.

Offenbar auch ein Kind unter den Opfern

Zuvor hatte ein Augenzeuge dem Sender CBS gesagt, auch der Täter sei nach seiner Festnahme in einem Krankenwagen fortgebracht worden. Die Polizisten hatten demnach mit Gummigeschossen auf ihn gefeuert. Justin Prasad, der gegenüber der Bibliothek arbeitet, berichtete, wie in der Umgebung der Bibliothek Panik und Chaos ausbrach. Der Angreifer sei bereits in "Angesicht zu Angesicht mit der Polizei" gewesen, sagte er. "Dann rannte er weg, die Polizisten verfolgten ihn, trieben ihn in die Enge und überwältigten ihn".

Andrew Cocking, der rund 500 Meter von der Bibliothek entfernt wohnt, sagte, er habe Rettungskräfte bei der Versorgung der Verletzten gesehen. "Es war traurig, zumal eines der Opfer offenbar ein Kind war", sagte er. "Es ist traurig, dass diese Leute zur falschen Zeit am falschen Ort waren."

Premierminister Justin Trudeau erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, seine Gedanken seien bei den Opfern. Alle, die von der Gewalttat betroffen seien, sollten wissen, dass "alle Kanadier an sie denken und den Verletzten rasche Genesung wünschen". (APA/AFP)


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