Mehrere CDU-Abgeordnete für CSU-Söder als Kanzlerkandidat

Erst im Jänner wurde am Parteitag der CDU mit Armin Laschet ein neuer Vorsitzender gewählt. Angesichts schwacher Umfragewerte sprechen sich nun aber mehrere CDU-Bundestagsabgeordnete für Markus Söder, Chef der Schwesterpartei CSU, als Kanzlerkandidat aus.

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Mehrere CDU-Abgeordnete sprechen sich für den Chef der Schwesterpartei CSU, Markus Söder, als Spitzenkandidat für die Wahl im Herbst aus.
© PETER KNEFFEL

Berlin – Im September diesen Jahres wählt Deutschland eine neue Bundesregierung – und erstmals seit 16 Jahren auch eine neue Kanzlerin oder einen neuen Kanzler. Wer als Nachfolger Angela Merkels (CDU) in den Ring steigt, ist nach wie vor unklar. Erst Mitte Jänner wurde am Parteitag der CDU ein neuer Parteivorsitzender gewählt: Armin Laschet aus dem linken Flügel der Partei löste Annegret Kramp-Karrenbauer ab. Mit deren Wahl zur Parteivorsitzenden Ende des Jahres 2018 versuchte die CDU etwas gänzlich neues: Denn indem Angela Merkel als Kanzlerin im Amt blieb, waren die beiden Chefposten innerhalb der Partei erstmals in den Händen von zwei verschiedenen Personen.

Es ist also alles andere als selbstverständlich, dass Armin Laschet als neuer CDU-Vorsitzender auch als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl im Herbst geht. Innerhalb der CDU werden nun Stimmen laut, die sich angesichts konstant schwacher Popularitätswerte für Armin Laschet offen für den Chef der Schwesterpartei CSU, Markus Söder als Kanzlerkandidat aussprechen.

CDU-Abgeordnete für einen Kandidaten aus der CSU

"Wir müssen mit dem antreten, mit dem wir nach Umfragen die besten Chancen haben, und das ist mit großem Abstand Markus Söder", sagte der rheinland-pfälzische CDU-Abgeordnete Johannes Steiniger am Montag. Er kenne in seinem Partei-Umfeld praktisch niemanden, der für Armin Laschet ist, sagte Steiniger zum Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Union müsse "alles dafür tun", um im Herbst überhaupt noch zu regieren, mahnte der Finanzpolitiker. "Ich habe keine Lust auf vier Jahre Opposition", sagte Steiniger.

Bei der Frage nach dem Spitzenkandidaten der CDU für die Bundestagswahl im Herbst könnte es auf einen Kampf zwischen Markus Söder (CSU, links) und Armin Laschet (CDU, rechts) hinauslaufen.
© FEDERICO GAMBARINI

Auch die baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer sprach sich für Söder als Kanzlerkandidat aus. "Die letzten Wahlen zeigen, dass besonders das Vertrauen in Persönlichkeiten entscheidend ist", sagte die Vize-Chefin der Jungen Gruppe der Unionsfraktion. "Das muss zusammen mit der Frage, wer den besten Plan für Deutschland hat und die wichtigen Zukunftsthemen angeht, der Maßstab sein."

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Auch Stimmen für Friedrich Merz als Kanzlerkandidat

Die sächsische CDU-Abgeordnete Veronika Bellmann forderte den aus Nordrhein-Westfalen kommenden Laschet zum Verzicht auf die Kandidatur auf. Wenn er "der Union und dem Land einen Dienst erweisen will und selbst ein Höchstmaß an Souveränität an den Tag legen würde, dann würde er seinen Hut nicht in den Ring der Kanzlerkandidatur werfen", sagte sie dem "Spiegel".

"Manches Material will einfach nicht strahlen, egal wie stark man es auch beleuchten mag", sagte Bellmann weiter. Sie lehnt allerdings auch Söder als Kanzlerkandidaten ab und spricht sich für Friedrich Merz aus. Der frühere Unions-Fraktionschef und Mann des rechten Flügels, Merz, hatte bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden gegen Laschet den Kürzeren gezogen. (APA/AFP)


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