Streiks bei Amazon in Deutschland im Ostergeschäft

Die Gewerkschaft will Druck für die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels bei Amazon ausüben. Insgesamt sollen Beschäftigte an vier Tagen vor Ostern in Rheinberg, Werne, Koblenz, an zwei Standorten in Bad Hersfeld sowie in Leipzig die Arbeit niederlegen.

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© DENIS CHARLET

Bad Hersfeld – Die Gewerkschaft Verdi hat im seit Jahren schwelenden Tarifstreit mit Amazon neue Streiks in sechs deutschen Verteilzentren des US-Onlineriesen begonnen. Die Proteste seien mit Beginn der Nachtschicht gut angelaufen, Verdi rechne mit rund 2000 streikenden Amazon-Mitarbeitern, sagte der bei der Gewerkschaft den Einzel- und Versandhandel zuständige Orhan Akman am Montag.

Insgesamt sollen die Beschäftigten an vier Tagen vor Ostern in Rheinberg, Werne, Koblenz, an zwei Standorten in Bad Hersfeld sowie in Leipzig die Arbeit niederlegen. Verdi will damit Druck für die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels bei Amazon ausüben.

Corona-Regelungen laut Verdi kaum einhaltbar

Die Streikenden fordern demnach die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und eine Lohnerhöhung um 4,5 Prozent sowie einen zusätzlichen Festgeldbetrag von 45 Euro monatlich, von dem vor allem untere Lohngruppen profitieren sollen. Die Verdi-Sprecherin kritisierte, dass es wegen des hohen Arbeitsdrucks für Mitarbeiter kaum möglich sei, geltende Corona-Regelungen in den Werken einzuhalten.

Amazon wies es am Sonntagabend zurück, dass Anti-Corona-Maßnahmen oft nicht eingehalten werden könnten. Man habe mehr als 150 Prozesse im Logistiknetzwerk maßgeblich angepasst, hieß es in einem Statement des Unternehmens. "Dazu gehören unter anderem erhöhte Reinigungs-und Desinfektionsintervalle, Temperaturmessung beim Betreten der Gebäude, Maskenpflicht, 2-Meter Abstandsregeln und gestaffelte Schicht- und Pausenzeiten." Der Versandhändler erwartet keine Auswirkungen des Streiks.

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Ein Amazon-Sprecher sagte, in den Logistikzentren würden mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter ganz normal arbeiten. Die Proteste zeigten keine Auswirkungen auf die Auslieferungen. Die Beschäftigten bei Amazon "profitieren bereits von exzellenten Löhnen, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen". (APA/Reuters/dpa-AFX)


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