Elf Tote nach Einsturz einer illegalen Mine in Kolumbien

Am 26. März wurde eine illegale Goldmine in Kolumbien überflutet. Seitdem waren die elf Bergarbeiter im Stollen eingeschlossen. Jetzt, knapp einen Monat nach dem Unglück, wurden die Männer tot geborgen.

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So eine lange Rettungsaktion hat Kolumbien noch nie gesehen: Verzweifelt wurde versucht, das Wasser aus dem Stollen zu pumpen.
© JOHN BONILLA

Bogota – Knapp einen Monat nach dem Einsturz einer illegalen Mine im Nordwesten Kolumbiens sind die Leichen von elf vermissten Bergleuten geborgen worden. Das teilte der für Bergbau zuständige Minister Diego Mesa am Sonntag (Ortszeit) über Twitter mit. "Unser ganzes Mitgefühl gilt den Familien dieser elf jungen Leute und der gesamten Gemeinschaft im Dorf El Bosque", schrieb Mesa. "Wir sind mit euch in diesen schwierigen Zeiten."

Die Bergarbeiter waren am 26. März in der Mine eingeschlossen worden, nachdem heftiger Regen den Fluss Cauca zum Überlaufen gebracht und das Wasser den Stollen geflutet hatte. Tagelang wurde versucht, den Stollen abzupumpen und die Kumpel zu retten. Die Arbeiter befanden sich 17 Meter unter der Erdoberfläche. Die Kommunikation mit den Männern war anfangs möglich, wenn auch schwierig.

Am Samstag früh, also gut drei Wochen nach dem Unglück in Neira im Department Caldas, fanden Bergungskräfte die erste Leiche. Nach Angaben der Zeitung "El Espectador" handelt es sich um den längsten Rettungseinsatz dieser Art in der Geschichte des Landes.

Die Bergarbeiter waren knapp einen Monat eingeschlossen, schlussendlich konnten sie nur mehr tot geborgen werden.
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Die Einkünfte aus dem legalen Handel mit Bergbauprodukten und aus dem Handel mit Erdöl sind die wichtigsten Einnahmequellen Kolumbiens, der viertgrößten Wirtschaftsnation Lateinamerikas. Illegaler Bergbau ist in zahlreichen Ländern Lateinamerikas aber ein großes Problem. Immer wieder kommt es in den schlecht gesicherten Minen zu folgenschweren Unfällen. Außerdem führt der Raubbau natürlicher Ressourcen zu Umweltschäden. (APA/dpa)


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