Globales Abkommen soll künftige Pandemien besser abwehren

Ein globales Abkommen soll für künftige Pandemien mehr Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, Warnsysteme bei Gefahren und eine bessere Verteilung von Medikamenten, Schutzausrüstungen und Impfstoffen erreichen.

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WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus finded dass die Pandemie die besten und die schlimmsten Seiten der Menschheit offengelegt habe.
© FABRICE COFFRINI

Brüssel – Als Lehre aus Corona plädieren mehr als 20 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt für ein globales Abkommen zur Abwehr künftiger Pandemien. "Gemeinsam müssen wir mehr Vorsorge treffen, um eng abgestimmt Pandemien besser vorherzusagen, zu vermeiden, zu erkennen und einzuschätzen sowie sie wirksam zu bekämpfen", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Aufruf. Ziele sind auch eine verlässlichere Produktion und eine gerechtere Verteilung von Impfstoffen.

EU-Ratschef Charles Michel und Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warben bei einer gemeinsamen Pressekonferenz für das Abkommen. Die Pandemie habe die besten und die schlimmsten Seiten der Menschheit offengelegt, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Jetzt müsse man auf die Schwachpunkte eingehen und einen Rahmen für die internationale Zusammenarbeit schaffen. Ratschef Michel sagte, die internationale Gemeinschaft sei ähnlich gefordert wie nach dem Zweiten Weltkrieg.

In dem Aufruf der Staats- und Regierungschefs heißt es: "Covid-19 hat unsere Schwächen und unsere Uneinigkeit offengelegt. Jetzt müssen wir die Chance ergreifen und als Weltgemeinschaft in friedlicher Zusammenarbeit über diese Krise hinaus gemeinsam tätig werden." Kein einzelner Staat und keine internationale Organisation könne derartige Krisen alleine bewältigen.

Das Abkommen solle mehr Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, Warnsysteme bei Gefahren und eine bessere Verteilung von Medikamenten, Schutzausrüstungen und Impfstoffen erreichen, schreiben die Staats- und Regierungschefs. Der Vertrag soll nach Angaben aus EU-Kreisen in einem Jahr fertig sein. Nächste Schritte seien eine geplante Erklärung auf dem G20-Gesundheitsgipfel in Italien und eine WHO-Resolution im Mai.

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Zu den Unterzeichnern zählen neben Michel und Tedros auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi, Chiles Präsident Sebastian Pinera, der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa, Südkoreas Präsident Moon Jae-in und der indonesische Präsident Joko Widodo. Es fehlen Unterschriften aus den USA, China oder Russland. Tedros sagte jedoch, es gebe positive Rückmeldungen aus vielen Staaten. (APA/dpa)


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