Manchen VW-Töchtern geht’s gut

Porsche und Audi haben sich 2020 wacker geschlagen, VW-Kern hatte zu kämpfen.

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Porsche-Chef Oliver Blume kann sich zufrieden zeigen mit dem Ergebnis des Sportwagenherstellers.
© Porsche

Innsbruck – Vergangene Woche konnte der VW-Konzern recht gut aufzeigen, dass sich das Automarken-Konglomerat im Großen und Ganzen gut durch die Corona-Krise manövriert hat. Zwar gab es Einbußen bei Absatz, Umsatz und Gewinn, doch die Gesamtbilanz war doch recht positiv. Allerdings haben nicht alle Marken zum guten Ergebnis beitragen können.

Das Kernlabel Volkswagen litt zum Beispiel massiv unter einem Nachfrageeinbruch im zweiten Quartal des vergangenen Jahres und brüstete sich schließlich damit, wenigstens operativ für 2020 schwarze Zahlen geschrieben zu haben – negative Sondereinflüsse im Ausmaß von knapp 800 Millionen Euro sind da aber nicht berücksichtigt. Die Bilanz müsste folglich rote Zahlen für Volkswagen-Pkw ausweisen – das Management wollte dies verständlicherweise nicht kommunizieren. Allerdings mussten auch andere Bereiche des Konzerns Federn lassen, etwa die VW-Nutzfahrzeug-Abteilung oder MAN.

Audi-Chief-Executive-Officer Markus Duesmann präsentierte verhältnismäßig gute Zahlen für das Geschäftsjahr 2020.
© Audi

Mehr Fortune gab es, dem Virus zum Trotz, für die beiden Töchter Porsche und Audi. Die Sportwagenmarke aus Zuffenhausen lieferte im Vorjahr 272.000 Fahrzeuge aus, nur drei Prozent weniger als im Jahr 2019. Nach Steuern lag ein Gewinn von 3,17 Milliarden Euro vor, 2019 waren es noch 2,8 Milliarden Euro. „Auf unsere Geschäftszahlen sind wir sehr stolz“, sagte Lutz Meschke, Finanzvorstand von Porsche. Und es kommt noch besser: Während andere Industrieunternehmen Personal kürzen mussten, konnte Porsche die Zahl der Mitarbeiter „konstant“ halten: „Kein Angestellter muss sich Sorgen machen“, ergänzt Meschke im Beisein des Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume.

Achtbar schlug sich Audis Motorradtochtermarke Ducati mit einem Umsatz von 676 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 24 Millionen Euro.
© Ducati

Nicht ganz so rosig sieht es bei Audi aus – hier reduzierte sich der Personalstand von 2019 auf 2020 um gut 4000 Beschäftigte. Dem Geschäftsgebaren hat dies insofern nicht geschadet, als es der Vier-Ringe-Marke gelungen ist, ein ordentliches Ergebnis abzuliefern. Chief Executive Officer Markus Duesmann konnte einen Gewinn nach Steuern in der Höhe von 3,77 Milliarden Euro präsentieren – ein Minus von lediglich 4,3 Prozent gegenüber dem Ergebnis von 2019. (hösch)

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