Schüsse auf Demonstranten in Myanmar: Fünf Tote

Seit dem Militärputsch am 1. Februar kam es in Myanmar zu heftigen Protesten und hunderten Todesopfern. Bei einer Demonstration am Mittwoch haben Sicherheitskräfte erneut fünf Menschen erschossen.

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Seit 1. Februar gehen tausende Menschen in Myanmar für die Demokratie und gegen das Militär auf die Straße.
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Naypyidaw – In Myanmar haben Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge am Mittwoch das Feuer auf Demonstranten eröffnet und mindestens fünf Menschen getötet. Einige Teilnehmer des Protests in der nordwestlichen Kleinstadt Kalay seien zudem verletzt worden, meldeten mehrere Nachrichtenportale unter Berufung auf Augenzeugen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht bestätigen. Der Protest in Kalay richtete sich laut Berichten gegen den Militärputsch vom 1. Februar.

Militärputsch in Myanmar

Am 1. Februar kam es in Myanmar zu einem Militärputsch, angeführt von General Min Aung Hlaing, gegen die demokratisch gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi.

Myanmar konnte sich erst 2015 von einer langwierigen Militärdiktatur offiziell lösen.

Ablauf:

Am frühen Morgen des 1. Februar nahm das Militär hochrangige Regierungsmitglieder, darunter auch Regierungschefin Suu Kyi, fest. Als Grund für den Militärputsch nannte das Militär Betrug bei den Wahlen im November 2020, bei denen Aung San Suu Kyi mit ihrer Partei, der "Nationalen Liga für Demokratie" (NLD), die absolute Mehrheit erreichte. Als amtierender Staatspräsident wurde der Generalleutnant Myint Swe eingesetzt, der seit 2016 als Vertreter des Militär in der Regierung saß. Die Kontrolle über Exekutive, Legislative und Judikative übernahm der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Min Aung Hlaing.

Darauffolgende Proteste wurden mit voller Härte niedergeschlagen. Sicherheitskräfte töteten nach Angaben von Bürgerrechtlern bis dato mehr als 580 Personen. Allein am 27. März wurden 114 Demonstranten erschossen, der bisher blutigste Tag der Proteste. Tausende Menschen wurden inhaftiert, darunter auch zahlreiche Journalisten. Das Militär verhängte über mehrere Städte, unter anderem die Hauptstadt Naypyidaw, das Kriegsrecht und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

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