Konservativer Lasso zum neuen Präsidenten von Ecuador gewählt

Der rechtskonservative Ex-Banker Lasso war mit einem deutlichen Abstand in die Stichwahl gekommen. In Umfragen lag sein Konkurrent Andrés Arauz zuletzt knapp vor seinem 65-jährigen Rivalen.

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Guillermo Lasso (Mitte) feiert mit seiner Frau Maria de Lourdes Alcivera (r.) und dem Politiker Jaime Nebot den Wahlsieg.
© Fernando Mendez / AFP

Quito – Der konservative Banker Guillermo Lasso hat die Präsidentenwahl in Ecuador gewonnen. Der 65-Jährige kam nach der Auszählung fast aller Stimmen auf 52,52 Prozent, wie das Wahlamt am Sonntag mitteilte. Der Linkskandidat Andrés Arauz erhielt bei der Stichwahl demnach 47,48 Prozent. "Danke Ecuador für die Unterstützung an den Urnen", schrieb Lasso nach Schließung der Wahllokale auf Twitter. Kolumbiens Präsident Iván Duque und Uruguays Staatschef Luis Lacalle Pou gratulierten ihm.

Für Lasso war es bereits die dritte Präsidentschaftskandidatur. "Seit Jahren habe ich davon geträumt, den Ecuadorianern dienen zu dürfen, damit das Land vorankommt und wir alle ein besseres Leben führen können", sagte er nach Angaben der Zeitung "El Universo" vor seinen Anhängern in einem Veranstaltungszentrum in der Wirtschaftsmetropole Guayaquil. "Heute habt ihr das möglich gemacht. Es beginnt eine Epoche des Zusammenkommens."

📽️ Video | Konservativ siegt in Ecuador

Arauz räumte seine Niederlage ein. "Das war ein Scheitern bei den Wahlen, aber keine politische oder moralische Niederlage", sagte der Zögling des früheren Präsidenten Rafael Correa vor seinen Anhängern. Er kündigte an, seinen Rivalen Lasso anrufen und ihm zum Wahlsieg zu gratulieren. "Herr Lasso, ich lade Sie dazu ein, den Rechtsstaat zu achten. Der Hass schafft nichts. Lassen Sie uns demokratisch diskutieren."

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Die beiden Kandidaten stehen an gegenüberliegenden Enden des politischen Spektrums: Arauz repräsentiert den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts", Lasso steht für eine liberale Wirtschaftspolitik. Er will Arbeitsplätze schaffen und ausländische Investoren anlocken. Er ist Mitglied der ultrakonservativen, römisch-katholischen Vereinigung Opus Dei und spricht sich strikt gegen gleichgeschlechtliche Ehen sowie Abtreibung aus.

Das südamerikanische Land steckt wegen des Verfalls der Ölpreise und der Corona-Pandemie in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der bisherige Präsident Lenín Moreno war zuletzt in der Wählergunst stark abgerutscht und hatte sich gar nicht erst zur Wiederwahl gestellt. (APA/dpa)


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