MAN/Steyr: Weiterverhandeln „mit allen gewerkschaftlichen Mitteln“

Nach der Mitarbeiter-Abstimmung gegen eine Übernahme von Investor Siegfried Wolf soll das MAN-Werk in Steyr bis 2023 geschlossen werden. Der Betriebsrat machte nun deutlich, dass sie das verhindern und weiterverhandeln wollen.

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Bis 2023 sollte das MAN-Werk in Steyr geschlossen werden. So weit soll es nicht kommen.
© FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR

München/Steyr – Der MAN-Betriebsrat des Werks in Steyr will "mit allen gewerkschaftlichen Mitteln" ein Weiterverhandeln mit dem Vorstand in München erreichen, meinte Arbeiterbetriebsrat Helmut Emler am Montag ohne explizit das Wort Streik in den Mund zu nehmen. Vergangene Woche hatte sich die Belegschaft in Steyr mit knapp zwei Drittel gegen eine Übernahme durch Ex-Magna-Chef Siegfried Wolf ausgesprochen, bei der Stellen abgebaut und Löhne gekürzt worden wären. Die Zentrale hatte daraufhin erklärt, die Schließung des oö. Werks bis 2023 anzugehen.

Am Dienstag wird Emler vom bisherigen Vorsitzenden Erich Schwarz, der in Pension geht, in der Betriebsausschusssitzung offiziell dessen Mandat übernehmen. Danach werde er den Vorstand "umgehend ersuchen, Gespräche und Verhandlungen aufzunehmen", um ein Fortführen des aus seiner Sicht profitablen Werks in Steyr mit rund 2.300 Beschäftigten zu erwirken. Ein positives, "kleines Signal", dass in München nicht alle Zeichen auf Aus stehen, entnahm er der Äußerung des Vorstandsvorsitzenden Andreas Tostmann in der "Süddeutschen Zeitung", dass man sich nicht versperre, wenn es "zügig eine Abbiegung" auf dem Weg zur Schließung gebe. Emler rechnet vor allem damit, dass die "VW AG als Eigentümer von MAN der Belegschaftsvertretung das Recht zu Verhandlungen" einräumt.

Das Übernahmeangebot wird von Wolf jedenfalls nicht nachgebessert, hieß es von Investor-Seite. Der Ball liege jetzt bei der Politik, die sich am Wochenende zu Wort gemeldet hat. Sollte es einen runden Tisch zu MAN geben, werde Wolf aber an diesem Platz nehmen.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) versicherte am Montag am Rande einer Pressekonferenz, dass "auf allen Ebenen" Gespräche laufen, auch unter Einbindung der Landesregierung und der Bundesregierung, um eine Lösung zu finden. Diesen Gesprächen könne er nicht vorgreifen. Es werde aber alles getan, damit eine Lösung gelinge, betonte er. (APA)

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