Polizist traf Schüler tödlich: Ein Toter bei Schüssen an High School in Tennessee

An einer Schule in der US-Stadt Knoxville eröffnet ein Schüler das Feuer auf Polizisten. Dabei wird ein Beamter verletzt. Der Teenager kommt bei der Schießerei ums Leben. Seit Mitte März kam es in den USA wieder vermehrt zu Zwischenfällen mit Waffengewalt.

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Die Polizei am Einsatzort.
© @Knoxville_PD Twitter account

Nashville – Bei einer Schießerei an einer Schule im US-Staat Tennessee ist am Montag (Ortszeit) nach Angaben der Polizei ein Schüler getötet worden. Er habe aus der Toilette der Austin-East Magnet High School heraus das Feuer auf die Polizei eröffnet und einen Beamten dabei verletzt. Einer der Polizisten habe das Feuer erwidert und den Schüler tödlich getroffen. Der verwundete Polizeibeamte musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Hintergründe der Tat waren zunächst völlig unklar.

„Der Verdächtige wurde am Tatort für tot erklärt und als Schüler der Austin-East Schule identifiziert", erklärte der Direktor der Untersuchungskommission, David Rausch, am Abend auf einer Pressekonferenz. In ersten Polizeimeldungen hatte es geheißen, es lägen Angaben über mehrere Schussopfer vor. Die Ermittlungen zum Fall dauern an.

Immer wieder Schüsse

Das Kriminalamt von Tennessee (TBI) teilte mit, Polizisten seien wegen Berichten über eine möglicherweise bewaffnete Person in die High School gerufen worden. Als die Sicherheitskräfte die Anlage betreten hätten, habe der Verdächtige Schüsse abgegeben und einen Polizisten angeschossen. Er wurde mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital gebracht. „Ich habe ihm dafür gedankt, dass er sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Schüler und Mitarbeiter der Schule zu schützen," sagte die Bürgermeisterin des Ortes, Indya Kincannon, dem Nachrichtensender CBS News.

In den USA kommt es immer wieder zu tödlichen Schusswaffenangriffen in Schulen. So hatte etwa im Februar 2018 ein 19-Jähriger an seiner früheren Schule in Parkland (Florida) das Feuer eröffnet und 17 Menschen getötet.

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Generell kommt es seit Mitte März zu mehreren Zwischenfällen mit Waffengewalt. Im Großraum Atlanta wurden acht Menschen in Massagesalons getötet. In Boulder im Bundesstaat Colorado starben zehn Menschen bei Schüssen in einem Supermarkt. In Orange in Kalifornien kamen in einem Bürogebäude vier Menschen ums Leben, darunter ein Neunjähriger. In einer Fabrik in Texas erschoss vergangene Woche ein Mitarbeiter einen Mann und verletzte sechs weitere, bevor er festgenommen wurde.

Biden appelliert an Kongress

Erst in der vergangenen Woche hatte US-Präsident Joe Biden die Schusswaffengewalt in den Vereinigten Staaten als „Seuche" und „Schandfleck" für das Land bezeichnet. Er stellte mehrere Verordnungen zur Eindämmung der Schusswaffengewalt vor. So sollen striktere Regeln für sogenannte Geisterwaffen erlassen werden, die von den Nutzern selbst zusammengebaut werden können und keine Seriennummern haben. Neue Vorgaben sollen auch für aufgerüstete Pistolen gelten.

Biden rief zugleich den Kongress dazu auf, per Gesetz weitergehende Maßnahmen zu ergreifen. Der Präsident verlangt unter anderem ein Verkaufsverbot für Sturmgewehre sowie umfassendere Hintergrundchecks für Waffenkäufer. Ob sich dafür im Kongress eine Mehrheit findet, ist allerdings höchst ungewiss. Vorstöße der Demokraten zur Verschärfung der Waffengesetze sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gescheitert. Die mächtige Waffenlobby NRA hat im Kongress viele Verbündete, vor allem bei den Republikanern. (APA/dpa, AFP)


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