Russland verhängt nun auch gegen zwei US-Minister Einreisesperre

Justizminister Merrick Garland und Heimatschutzminister Alejandro Mayrokas wurden vom Kreml mit Sanktionen belegt. Auch zehn Diplomaten müssen ausreisen.

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Russlands Präsident Wladimir Putin.
© ALEXEI DRUZHININ

Moskau, Washington – Als Reaktion auf die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten aus den USA verhängt Russland gegen hochrangige US-Regierungsvertreter eine Einreisesperre. Darunter sind mit US-Justizminister Merrick Garland und Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas auch zwei Kabinettsmitglieder. Das teilte das russische Außenministerium am Freitagabend in Moskau mit.

Auch die US-Geheimdienstdirektorin, Avril Haines, und der Chef der US-Bundespolizei FBI Christopher Wray dürfen nicht mehr nach Russland reisen. Weitere Einreiseverbote wurden den Angaben zufolge gegen Bidens innenpolitische Beraterin Susan Rice, den Chef der US-Strafvollzugsbehörde, Michael Carjaval, den früheren Nationalen Sicherheitsberater John Bolton und den ehemaligen CIA-Chef Robert Wolsey verhängt.

Zuvor hatte Russland bereits die Ausweisung von zehn US-Diplomaten angekündigt. Zudem sei US-Botschafter John Sullivan geraten worden, zu "ernsthaften Konsultationen" nach Washington zu reisen, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Moskau.

📽️ Video | Berichte aus Moskau und Washington

Biden hatte Deeskalation gefordert

Zuvor hatte Moskau die Ankündigung von US-Präsident Joe Biden, die Spannungen zwischen beiden Ländern nicht weiter zu verschärfen, begrüßt. Kremlchef Wladimir Putin habe wiederholt erklärt, dass Russland zum Ausbau der Gespräche bereit sei, wenn andere ebenso dazu bereit seien, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Putins überzeugte Position sei, dass die Beziehungen zwischen Ländern nicht eskalieren sollten. "In dieser Hinsicht ist es positiv, dass die Ansichten beider Staatschefs übereinstimmen", sagte Peskow.

Biden hatte zuvor gesagt: "Die USA sind nicht darauf aus, einen Kreislauf der Eskalation und des Konflikts mit Russland einzuleiten." Er drohte Moskau aber zugleich mit weiteren Maßnahmen, sollte sich "Russland weiterhin in unsere Demokratie" einmischen. Als Vergeltung für Russland zugeschriebene Hackerangriffe und Einmischungen in die US-Wahlen hatten die USA am Donnerstag zehn russische Diplomaten ausgewiesen und eine Reihe neuer Sanktionen verhängt.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit langem angeschlagen. Biden hat Putin aber diese Woche in einem Telefonat ein Gipfeltreffen noch im Sommer angeboten. Dieses soll in einem "Drittland" stattfinden, wobei sich auch Österreich öffentlich als Gastgeber angeboten hat. Der jüngste Präsidentengipfel fand im Sommer 2018 in der finnischen Hauptstadt Helsinki statt. (APA, dpa, Reuters)


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