Entführtes Mädchen in der Schweiz gefunden: Mutter soll Auftraggeberin sein

Die Polizei findet ein junges Mädchen in einem besetzten Haus wieder. Die Achtjährige war zuvor aus dem Haus ihrer Großmutter in den Vogesen nahe der deutschen Grenze entführt worden. Drei Verdächtige waren bereits im Visier der Anti-Terrorstaatsanwaltschaft. Mutmaßliche Auftraggeberin soll die eigene Mutter sein.

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In dem Gebäude einer ehemaligen Fabrik in der Schweiz wurde das achtjährige Mädchen gefunden.
© dpa

Sainte-Croix – Eine nahe der deutschen Grenze entführte Achtjährige ist zusammen mit ihrer Mutter in der französischen Schweiz gefunden worden. Man habe das Kind namens Mia in einem besetzten Haus in der Gemeinde Sainte-Croix im Kanton Waadt entdeckt, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Staatsanwalt von Nancy, François Pérain. Demnach hatten an der Suche und den Ermittlungen rund 200 Sicherheitskräfte mitgewirkt.

Das junge Mädchen war am Dienstag von drei Männern in den Vogesen im Dorf Poulières entführt worden, wo es sich bei seiner Großmutter aufgehalten hatte. Die Mutter des Mädchens, die das Kind nicht mehr alleine sehen durfte, soll nach derzeitigen Erkenntnissen die Entführung in Auftrag gegeben haben. Das Mädchen sei bei guter Gesundheit und könne wieder zu seiner Großmutter zurückkehren, zitierte AFP den Staatsanwalt weiter. Die 28-jährige Mutter sei von den Schweizer Behörden in Gewahrsam genommen worden. Auf Schweizer Seite sei auch eine weitere Person festgenommen worden.

Verdächtige bereits im Visier der Anti-Terrorstaatsanwaltschaft

In dem Fall wurden in Frankreich seit Dienstag fünf Verdächtige in Polizeigewahrsam genommen, drei davon sollen sich gegenüber der Großmutter als Beamte des Jugendamts ausgegeben haben, die beiden anderen sollen bei der Vorbereitung und Übergabe mitgewirkt haben.

Behörden zufolge hatte die Mutter „am Rande der Gesellschaft" leben wollen und nicht gewollt, dass sich jemand in ihr Leben oder das ihrer Tochter einmische. Den Ermittlern zufolge sind die Verdächtigen nicht vorbestraft, aber bereits im Visier der Anti-Terrorstaatsanwaltschaft gewesen. Im Haus eines Mannes seien Materialien entdeckt worden, mit denen wahrscheinlich Sprengstoff hergestellt werden könne. Die Männer sollen Medienberichten zufolge der Bewegung der Survivalists oder Prepper nahestehen. Die Männer hatten zuvor angegeben, dass Mias Mutter sie über das Internet kontaktiert habe.


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