Mehr Regen könnte Pinguinkolonien in der Antarktis bedrohen

Wissenschafter stellten fest, dass starker Regen dramatische Folgen für die Küken von Kaiser- und Adeliepinguine haben können. Das Gefieder der Küken ist noch nicht wasserdicht, weshalb sie erfrieren können, wenn es wieder kälter wird.

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(Symbolfoto)
© RODRIGO ARANGUA

Lausanne – Regen und Nieselregen dürften entlang der Küste der Antarktis bis zum Ende des Jahrhunderts häufiger werden. Davon gehen Schweizer Wissenschafter im Fachmagazin Geophysical Research Letters aus. Für Pinguine sind das schlechte Nachrichten. Wissenschafter stellten fest, dass starker Regen dramatische Folgen für die Küken von Kaiser- und Adeliepinguine haben können. Das Gefieder der Küken ist noch nicht wasserdicht, weshalb sie erfrieren können, wenn es wieder kälter wird.

Laut der Studie der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) werden die Anzahl der Tage sowie die Intensität der antarktischen Niederschläge deutlich zunehmen, insbesondere in Küstengebieten und auf Schelfeis. Diese Entwicklung könnte eine Bedrohung für die dort lebenden Pinguine darstellen, so Studienautor Alexis Berne. Auch das Abschmelzen der Gletscher könnte sich demnach beschleunigen, insbesondere auf dem Ronne-Filchner- und Ross-Schelfeis.

Zehn Stationen in der Antarktis

Für ihre Studie analysierten die Wissenschafter meteorologische Berichte von zehn Stationen in der Antarktis. Demnach regnete oder nieselte es an der ostantarktischen Küste durchschnittlich etwa vier Tage im Jahr, im nordwestlichen Teil der Antarktischen Halbinsel an mehr als 50 Tagen.

Anhand von Klimasimulationen rechnen sie damit, dass Regen und Nieselregen bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich um 240 Prozent zunehmen könnten, wenn weiterhin hohe Treibhausgasmengen in die Atmosphäre gelangen. Die Forschenden erwarten, dass die Niederschläge auch neue Regionen des Kontinents betreffen werden. (APA/sda)


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