Tiroler Klassik-Konzerte: Von Haydn bis modern, und alles frei Haus

Das Orchester der Akademie St. Blasius und das Tiroler Landesjugendorchester präsentieren neue Konzertstreams.

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Susanne Langbein und das Orchester der Akademie St. Blasius.
© Weiss

Innsbruck – Aus der Not eine Tugend machen, improvisieren, Corona diszipliniert umschiffen, um dann im leeren Saal anzutreten zum Zwecke einer Videoaufzeichnung: „Wie lange noch?“, fragen sich nach Kultur Hungernde. Immerhin, es ist schön, Tirols breit gefächerte Musikszene überhaupt an der Arbeit erleben zu können, wenigstens vor dem häuslichen Laptop.

Das Orchester der Akademie St. Blasius hat im Haus Vier und Einzig in Innsbruck einen neuen Konzertstream aufgenommen, der nun quasi ad infinitum über die Homepage dieses formidablen Klangkörpers konsumierbar ist.

Das orchestrale Kollektiv unter der Leitung von Dirigent Karlheinz Siessl hat den Abend Beethoven gewidmet. Wir erinnern uns schmerzlich: Dessen im Vorfeld umfassend geplanter 250. Geburtstag wurde im Vorjahr von einer die Welt erfassenden viralen Malaise aber so was von ins Abseits gedrängt.

Das Tiroler Landesjugendorchester im Haus der Musik.
© TLJO

So ehrt das Orchester St. Blasius Beethoven eben heuer nachträglich und mit einer speziellen Programmauswahl. Nicht Werke des Jubilars werden aufgeboten, sondern solche von Zeitgenossen aus Beethovens Wiener Wahlheimat. Von Joseph Haydn etwa, der den aus Bonn zugereisten aufstrebenden Komponisten unter seine Fittiche nahm. Von Haydn stammt „Berenice, che fai?“, eine (dramatische) Szene für Sopran und Orchester. Susanne Langbein, im Herbst, lange scheint es her, in Webers „Der Freischütz“ am Tiroler Landestheater im Einsatz, zeigt bei diesem Stück eindrucksvoll ihre Stärken: packender stimmlicher Ausdruck, umfassende Präsenz.

Teil 2 des Abend gehört Ján Vaclav Vorísek (1791–1825), einem Musiker aus Böhmen, der Beethoven zum Vorbild erkor. Voríseks Sinfonie D-Dur op. 24, eine selten gehörte Entdeckung, spiegelt die Wiener Klassik wider. (mark)


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