„Es schockierte mich": Echo auf Freundschaft mit Michelle Obama betrübt Bush

Politisch sind George W. Bush und die ehemalige First Lady Michelle Obama „uneins", privat pflegen beide aber eine enge Freundschaft. Das hat in der US-Bevölkerung für reichlich Verwunderung gesorgt. Zeugnis für eine polarisierte Gesellschaft, findet der frühere US-Präsident.

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Teilen „dieselben Werte": George W. Bush und Michelle Obama.
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Washington – George W. Bush und Michelle Obama sind seit einigen Jahren gut befreundet. Mit der Reaktion, die ihre Freundschaft in der Bevölkerung auslöste, hatte der ehemalige US-Präsident allerdings nicht gerechnet. „Es schockierte mich", sagte er im Interview mit CBS Sunday Morning. Die Freundschaft der beiden rückte erstmals im Jahr 2016 in den Fokus der Öffentlichkeit, als sich Bush und Obama, die unterschiedlichen politischen Parteien angehören, bei der Eröffnung eines Museums in Washington D.C. umarmten.

„Die große Umarmung, ja", erinnerte sich der ehemalige republikanische Politiker. Seiner Meinung nach war jedoch ein anderer Moment ausschlaggebender: Der, als er der früheren demokratischen First Lady bei der Beisetzung von Senator John McCain im Jahr 2018 Süßigkeiten zusteckte.

„Verlieren uns in Angst vor dem Andersartigen"

Die überraschte Reaktion der amerikanischen Öffentlichkeit traf Bush unvorbereitet und schockierte ihn. „Wir stiegen ins Auto und ich glaube, Barbara oder Jenna [George W. Bushs Kinder, Anm. d. Red.] sagten: ,Hey, ihr trendet!' Das amerikanische Volk war so überrascht, dass Michelle Obama und ich Freunde sein konnten", berichtete der 43. US-Präsident im Gespräch mit Journalistin Norah O'Donnell. Bush empfinde es als „Problem, dass die Amerikaner in ihrem Denken so polarisiert sind, dass sie sich keine Freundschaft zwischen George W. Bush und Michelle Obama vorstellen können."

Michelle Obama hatte bereits 2019 über ihre als ungewöhnlich wahrgenommene Freundschaft zu George W. Bush gesprochen. Seiner Tochter Jenna Bush Hager erklärte sie in der „Today"-Show, die beiden hätten „dieselben Werte". „Bezüglich der Politik sind wir uns uneins, aber in Bezug auf Menschlichkeit sind wir es nicht", sagte die heute 57-jährige Anwältin. Und auch beim Thema „Liebe und Mitgefühl" lägen Obama und Bush durchaus auf einer Wellenlänge. „Ich denke, das trifft auf uns alle zu – wir verlieren uns einfach in unserer Angst vor dem Andersartigen." (spot)


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