Start in Innsbruck, Endstation Sehnsucht am Gardasee

Die 2. Etappe der Tour of the Alps führte die Straßenrad-Asse gestern ins Kaunertal. Simon Yates (GBR), ehemals Vuelta-Sieger, siegte nach Solo-Fahrt, die Talente des Tirol-Teams kamen pünktlich ins Ziel.

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Während Simon Yates (l.) sein Heil in der Flucht suchte und fand, sicherte Felix Engelhardt (unten rechts/l.) das Sprinttrikot fürs Tirol-Team ab.
© Zangerl (2), Liebl

Von Florian Madl

Innsbruck, Feichten – „Wieder einen Tag überlebt“, atmete Frank Pennings am Dienstag auf. Übersetzt aus dem Jargon des niederländischen Rad-Experten heißt das: Wieder einmal blieben seine Fahrer vom Tirol Cycling Team innerhalb der Karenzzeit. Die darf nicht überschritten werden, um in der Wertung zu bleiben, was mitunter Sprintern bei Bergetappen schwerfällt. Auf den gestrigen 121 Kilometern zwischen Innsbruck und Feichten gelang der heimischen Equipe sogar mehr: Felix Engelhardt konnte das Rote Trikot des Sprint-Besten im Feld einen weiteren Tag verteidigen, in weiser Voraussicht hatte sich der Deutsche die Punkte in Silz mit einer zwischenzeitlichen Flucht gesichert.

„Mehr können wir nicht erwarten“, freute sich Teamchef Thomas Pupp über die einmal mehr beachtliche Vorstellung im Kreis der Top-Profis, von denen einer gestern das Messer zwischen den Zähnen hatte: Der Brite Simon Yates, 2013 Weltmeister im Punktefahren (Bahn) und 2018 Gewinner der Spanien-Rundfahrt, sicherte sich nach einer Solo-Flucht den Tagessieg in Feichten. Mehrmals hatte der 28-Jährige attackiert, am Gachenblick sollte sein Vorhaben schließlich aufgehen: „Vielleicht haben sich meine Rivalen etwas zu früh verausgabt, deshalb konnten sie mein Tempo bei der wichtigen Bergwertung nicht halten“, glaubte der Brite, der nun im Kampf um die Gesamtwertung die besten Karten zu haben scheint. Dennoch glaubt Yates: „Die Gesamtwertung ist alles andere als entschieden.“ Allein die Mittwochs-Etappe nach Naturns oder die nach Pieve di Bono am Donnerstag wird den Verfolgern wie Pavel Sivakov (INEOS Grenadiers) oder Daniel Martin (Israel Start-Up Nation) allerhand Chancen auf eine Retourkutsche eröffnen.

Von Plänen wie diesen ist man im Tirol Cycling Team weit entfernt. „Wir denken nur von Tag zu Tag“, sind sich Teamchef Pupp und Coach Pennings einig. Dass man immer noch sieben Fahrer in der Wertung hat, wird bereits vorab als Erfolg gewertet. „Die Burschen denken nicht viel nach. Sie setzen sich neben den großen Namen aufs Rad und treten los.“ Ein Lernerlebnis für Leute wie den Tiroler Emanuel Zangerle, der wie seine Kollegen noch nie in der Liga spielte ...


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