Wunschort Glenthof: Bergrettung Imst wirbt um neue Zentrale

Die Bergretter würden am liebsten im Bereich des Imster Glenthofes ihre neue Heimstatt errichten.

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Das Grundstück an der Einfahrt zum Imster Glenthof wird von der Bergrettung als idealer Standort für die Zentrale betrachtet.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst, Arzl i. P. – Die Situation für die Imster Bergretter ist höchst unbefriedigend: Irgendwie wurde es in den letzten Jahren verabsäumt, eine Lösung mit anderen Blaulichtorganisationen in Imst – wie etwa der Feuerwehr – gemeinsam anzugehen. Deshalb ist das Bergrettungsheim nach wie vor oben in Hoch-Imst angesiedelt, das Fahrzeug parkt aber seit Jahren mitten in der Stadt in der Tiefgarage beim Pflegezentrum. Und so liegen diese beiden Standorte sieben bis 13 Fahrminuten auseinander. Und auch wenn das Auto inzwischen mit einem Anhänger für die benötigten Materialien aufgerüstet wurde, ist die Gesamtsituation alles andere als ideal.

Und sie wird noch prekärer: Wegen des Neubaus der Bahn müssen die Bergretter aus ihrem derzeitigen Lokal hinaus und zwischenzeitlich in die Pistengeräte-Garage umziehen. „Und danach wird für uns kaum Platz mehr sein – die Bahn braucht die Räumlichkeiten selber“, sagt Obmann Helmut Knabl, zugleich Grünen-Mandatar im Imster Gemeinderat.

Seit dem Vorjahr verfolgt die Imster Bergrettung mit ihren 65 aktiven Mitgliedern und jährlich knapp 160 Einsätzen konsequent das Thema einer Einsatzzentrale, zu der auch ein Hubschrauberlandeplatz gehören soll. In der Bezirkshauptstadt sind drei mögliche Standorte unter die Lupe genommen worden: Eine Fläche bei der NMS Oberstadt gehört dem Land, die zweite Variante wäre hinter der Stadtfeuerwehr, befindet sich aber im Privateigentum.

Wunschort am Glenthof

Die dritte Möglichkeit wird von der Bergrettung präferiert: nämlich neben der Einfahrt zum Glenthof – auch würde dieses Grundstück der Stadt Imst gehören. Mit den Planungen sind die Bergretter weit: Man spricht von einem zweistöckigen Gebäude mit einer Grundfläche von 11 mal 21 Metern. Der Imster Stadtchef Stefan Weirather kennt diese Pläne, gibt aber zu bedenken, dass die Standortfrage intern noch diskutiert werde. „Im mittelfristigen Finanzplan haben wir die Zentrale aber im Budget“, so Weirather.

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Innerhalb der Bergrettung wurde ein Arbeitskreis gebildet, der sich um Vorarbeiten, Verhandlungen und Realisierung kümmern soll. Zuletzt wurde man in der Vorwoche bei der Gemeinderatssitzung in Arzl vorstellig.

Der Arzler Gemeinderat unter Bürgermeister Josef Knabl kam angesichts der Gesamtsumme von 990.000 Euro – und vor allem des Arzler Anteils von mehr als 95.000 Euro – ins Schlucken: „Das ist für uns zu viel“, sagt der Bürgermeister. Arzl zahle bereits für die Hütte der Bergrettung Pitztal im Riegetal mit – und dort sind es nur 10.000 Euro. „Ich befürchte, dass das Land auch in Imst nicht mitzahlen wird“, verweist er auf Erfahrungen der Pitztaler.

Der Imster Bergrettungsobmann schwächt die Bedenken ab: Das seien hochgerechnete Summen auf die Einwohnerzahlen – „da ist noch kein möglicher Anteil des Landes oder des TVB dabei, das geht sicher noch runter“, erklärt Helmut Knabl. Er hofft, dass noch heuer die Standortfrage gelöst wird. „Dann kann man zum Land gehen und schauen, dass man finanziell zusammenkommt.“ Prinzipiell bedauert er, dass „wir als Bergrettung eine Bittstellerorganisation sind“.


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