Zeitzeugenprojekt in Kappl: „Von sechs Schulen ist eine übrig geblieben“

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Das Zeitzeugenprojekt stößt auch in Kappl auf reges Interesse. Im Bild die mehr als 600 Jahre alte Pfarrkirche, die dem heiligen Antonius geweiht ist.
© Wenzel

Kappl – „Wir möchten unsere Dorfgeschichte lebendig halten und für nachkommende Generationen aufbewahren“, erklärte kürzlich der Kappler Bürgermeister Helmut Ladner zum EU-geförderten Projekt Zeitzeugen-Interviews, das seit 2015 in mehreren Gemeinden im Bezirk Landeck realisiert worden ist.

Josef Wechner (86), Hausname „Grafa“, ist einer der Zeitzeugen, die sich an vieles aus dem vorigen Jahrhundert erinnern können. Er war – mit Unterbrechung – 24 Jahre Bürgermeister von 1974 bis 2004 und 30 Jahre Kapellmeister. „Am meisten haben mich der Straßenbau und Lawinenschutzbauten beschäftigt“, erzählt er. Sicherheit habe damals wie heute sehr hohe Priorität im 100-Weiler-Dorf. „Mir ist immer alles zu langsam gegangen“, stellt er im Rückblick fest.

Als Schulerhalter habe die Gemeinde sechs kleine Volksschulen betreuen müssen, so der damals selbst aktive Lehrer. Doch eine ungeahnte Entwicklung nahm ihren Lauf: Nachdem das Schulhaus im Weiler Sinsen 2005 von einem Wildbach teils weggerissen wurde und die Kleinschule in Holdernach wegen Kindermangels zugesperrt wurde, besuchen heute alle Kappler Kinder die moderne Volksschule in Lochau. „Probleme habe ich mit dem Pfarrer in der Fraktion von Langesthei gehabt“, erinnert sich Wechner, ohne Details zu verraten. Das Leader-Projekt ist mit 8040 Euro budgetiert, 50 Prozent werden über das Regionalmanagement gefördert. (hwe)


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