(Wahl-)Tiroler bei der Turn-EM: Nur vier Monate mit Silber um den Hals

Vizeeuropameister Höck blieb keine Zeit, sich auf Lorbeeren auszuruhen: Heute startet die nächste EM.

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Nur nicht wackeln: Ringeturner Vinzenz Höck versucht, in Basel seinen Vize-EM-Titel zu verteidigen.
© ÖFT/Schreyer

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Für gewöhnlich dauert eine Regentschaft im Turnen zumindest ein Jahr. Nicht so während der Corona-Pandemie. Nur vier Monate nachdem sich Vinzenz Höck bei der EM in Mersin zu Europas Vizekönig an den Ringen geturnt hatte, muss er seinen versilberten Titel auch schon wieder verteidigen. Heute beginnt in Basel die nächste EM, dieses Mal zum gewohnten Frühjahrstermin und wieder mit deutschen und russischen Turnern, die im Dezember, wie andere Nationen auch, verzichtet hatten.

„Die Konkurrenz ist stark, aber ich bin mir sicher, dass ich es aus eigener Kraft schaffen kann“, sagt der 25-jährige Steirer, der seit sechs Jahren in Innsbruck lebt, selbstbewusst. Zu Recht. Mit seinen 14.800 Punkten vom Dezember zählt er erneut zum Favoritenkreis. Ein Platz im EM-Finale liegt in Reichweite. „Es sollte zu machen sein, und im Finale dann kann alles passieren, aber sicher kann man sich im Turnen nie sein“, warnt ÖFT-Sportdirektor Fabian Leimlehner. Höcks jüngste Leistungen im Training stimmten ihn aber zuversichtlich. An Motivation mangelt es auch nicht. Der Grazer brennt auf seinen Einsatz : „Ich kann es kaum erwarten, dass es am Donnerstag endlich losgeht.“

Österreichs EM-Team – darunter gleich vier (Wahl-)Tiroler: Xheni Dyrmishi, Alexander Benda, Marlies Männersdorfer (Vbg.), Jasmin Mader, Vinzenz Höck und der Linzer Severin Kranzlmüller (v. l.).
© ÖFT/Leimlehner

Bevor Höck mit Trainingskollege Alexander Benda, der gemeinsam mit Severin Kranzlmüller (OÖ) das Mehrkampffinale der besten 24 an sechs Geräten anpeilt, und auch Xheni Dyrmishi (ebenfalls LZ Tirol) am Pauschenpferd aufdreht, legen heute die Damen los – mit dabei: die Kramsacherin Jasmin Mader.

Nach der Absage der ÖFT-Damen für Mersin – abgesehen von Olympia-Starterin Elisa Hämmerle – freut sich die bereits achtfache EM-Teilnehmerin auf einen neuen Höhepunkt. „Ein bisschen nervös bin ich trotzdem, der letzte ganz große Wettkampf war die WM vor knapp zwei Jahren“, gesteht die 28-jährige Mader. Vorgenommen hat sie sich, auch was Neues zu zeigen: eine halbe Drehung mehr beim Yurchenko-Sprung (Rondat auf das Brett, Handstandüberschlag, Salto mit nun eineinhalb Schrauben). „Es kommt darauf an, wie ich im Mehrkampf liege, ob es sich rentiert, zu riskieren“, erklärt die Mode-Designerin. Das Finale der besten 24 ist ein mögliches Ziel, das Sprung-Finale der besten acht ein schwieriger zu erreichendes: „Da müssten andere schon patzen.“ Die Hilfe der männlichen Kollegen ist ihr jedenfalls gewiss. Die Stimmung derzeit sei so gut wie kaum zuvor. Mader: „Wir halten alle zusammen.“


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