Zillertalbahn wickelt Holztransport in Fügener Werk ab

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LHStv. Josef Geisler, Zillertalbahn-Betriebsleiter Hannes Obholzer und Vorstand Helmut Schreiner (v. l.) vor der Rundholz-Bahnfracht.
© Zwicknagl

Fügen – Ein neues Schienentransportsystem, das in der Steiermark entwickelt wurde, macht es möglich: Holz für Binder in Fügen wird ab Mitte Mai nicht mehr nur per Lkw von Jenbach ins Zillertal transportiert, sondern kommt per Zillertalbahn ins Fügener Werk. Das sind immerhin 20.000 Lkw-Fahrten jährlich, sagte gestern Reinhard Binder (Binderholz) bei der Präsentation eines Testzuges.

Mittlerweile werden für die verschiedenen Firmenstandorte 1,2 Mio. Tonnen Holz auf der Schiene angeliefert. „Das ist für uns ein historischer Moment. Denn siebeneinhalb Jahre gab es keine Güterzüge auf dieser Strecke“, freute sich Vorstand Helmut Schreiner, Technik-Verantwortlicher bei der Zillertalbahn. Seit Anfang des Jahres im Probebetrieb und ab Mitte Mai im Regelbetrieb, wird das mit der Bahn in Jenbach ankommende Rundholz auf dem neu errichteten Güterverladeterminal mit einem Verladebagger auf speziell adaptierte Waggons der Zillertalbahn verfrachtet und so zur Verarbeitung nach Fügen transportiert. Es sei eine Win-win-Situation für das ganze Tal, meinten LHStv. Josef Geisler und LHStv. Ingrid Felipe und verwiesen auf die Verkehrsentlastung der Zillertalstraße. Binder: „Zudem stärkt die Transportverlagerung auf die Schiene nachhaltig unseren Sägewerksstandort Fügen.“

Neben den ZVB mit einer Investitionssumme von 1 Mio. € und Binderholz mit 1,5 Mio. € waren Land Tirol, ÖBB-Infra, die ÖBB Rail Cargo Group unter Judith Fiala und die Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (SCHIG) an der Umsetzung beteiligt sowie die steiermärkische Innofreight Solutions, die für die speziellen Aufbauten auf den vorhandenen Tragwaggons der ZVB sorgte. „Eine Garnitur, die aus zehn Waggons besteht, kann 400 Tonnen Holz transportieren. Bis zu drei Garnituren können pro Tag im Einsatz stehen“, klären Helmut Schreiner und Betriebsleiter Hannes Obholzer (ZVB) auf. Derzeit wird in Jenbach ein Terminal, der mehr als 1 Mio. € kostet, geschaffen. Bei den steiermärkischen Landesbahnen und der Pinzgauer Lokalbahn wurden extra zwei Lokomotiven angemietet, um die Transporte abwickeln zu können. (zw)

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