Palfrader für mehr Schulstunden und Normalität in Kultur

Eine befristete Anhebung der Stundentafel ist für Tirols Bildungslandesrätin notwendig. Weiters fordert sie volle Rückkehr in den Präsenzunterricht und klare Regeln für die Kultur-Öffnung im Mai für den Sommer.

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Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) spricht sich für eine zusätzliche Schulstunde aus.
© TT/Böhm

Innsbruck – Tirols Bildungs- und Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) pocht während der laufenden Verhandlungen zu den Öffnungsschritten auf eine „Rückkehr zur Normalität" im Kulturbereich und klare Regeln für den Sommer. Zudem möchte sie die Schulen wieder im Präsenzunterricht sehen. Um entstandene Defizite bei den Schülern auszugleichen, forderte Palfrader statt einer Verkürzung der Sommerferien eine befristete Anhebung der Stundentafel im kommenden Schuljahr.

„Ich glaube, dass es besser wäre, wenn man dieses Aufholen nicht auf eine Woche mehr oder weniger im Sommer konzentriert, sondern dass es einen längeren Zeitraum braucht", gab Palfrader zu Bedenken – vor allem in den Volksschulen. „Eine Stunde mehr ist für jedes Kind verkraftbar", dies sei im Unterrichtsablauf auch gut umsetzbar. Der Vorschlag ist nicht neu, bereits im Sommersemester wollte sie um eine Stunde aufstocken. Doch nun habe sich die Situation „verschärft", immerhin sei man nun „länger im Distance Learning oder im Schichtbetrieb als wir uns gedacht haben". Dass der Nachholbedarf groß ist, würden allein die Anmeldungen für die Sommerschule zeigen: 1600 Lernwillige haben sich bereits gemeldet, berichtete Palfrader.

Seitens der Lehrerschaft habe sie bereits für die Anhebung der Stundentafel „positive Rückmeldungen" erhalten. Dies sei aber nicht immer so: „Manchmal würde ich mir schon wünschen, dass man Vorschläge nicht sofort einfach reflexartig ablehnt". Dennoch zeigte sie Verständnis für die Lehrergewerkschaft, die durch die Interessensvertretung ihre „ureigenste Aufgabe" erfülle. Die Landesrätin räumte auch die „enorme Belastung" der Lehrer ein und betonte, dass es derzeit ein sehr gutes Einvernehmen gebe.

PCR-Gurgeltests an Schulen denkbare Variante

Nun gelte es aber, die Schüler wieder zurück in die Schule zu holen. „Auch wenn in den Ankündigungen von Kanzler (Sebastian Kurz, ÖVP, Anm.) und Vizekanzler (Werner Kogler, Grüne, Anm.) die Schule eigentlich gar nicht erwähnt wird, hoffe ich, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass die Schule da mitberücksichtigt wird", sagte Palfrader. Trotz eines Anstiegs der Infektionszahlen in den Schulen sei es ihr nämlich lieber, wenn Schüler in der Schule sind und dadurch regelmäßig getestet werden. Angesprochen auf die Möglichkeit zur Einsetzung von genaueren PCR-Gurgeltests statt Antigen-Tests in den Schulen, meinte sie, dass dies eine denkbare Variante sei.

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Palfrader für „sukzessive Lockerungen" im Kulturbereich

Palfrader, die auch für die Kulturagenden im Land zuständig ist, wünschte sich bald wieder ein „lebendiges Kulturleben". Sie hoffe auf eine Öffnung Mitte Mai und forderte vehement die „Gleichbehandlung von Gastronomie und Kultur". In Theatern und Konzertsälen etwa solle aber eine prozentuelle Beschränkung der Besucherzahlen gelten – und keine fixen Obergrenzen in absoluten Zahlen. Es brauche eine eigene Regelung für Veranstaltungen im Freien und spätestens Ende Juni sollen die Vorgaben für den Sommer fixiert sein, forderte die Landesrätin einen klaren Fahrplan von der Bundesregierung. Sie sprach sich für „sukzessive Lockerungen" aus.

Dass es heuer Konzerte ohne feste Sitzplatzzuweisung geben wird, glaubte sie hingegen nicht. Ebenso war sie der Ansicht, dass es trotz fortschreitender Impfungen vorerst nicht ohne Eintrittstests gehen wird. Das werde für das Publikum auch kein Problem sein, wenn man sich das Beispiel Vorarlberg anschaue. „Wir müssen warten, bis die Herdenimmunität da ist", meinte sie. (APA, TT.com)

„Nachwehen" werden für Künstler noch lange spürbar sein

Fest stand für die Kulturlandesrätin allerdings: „Auch wenn die Pandemie vorbei ist, wird die Krise für die Künstlerinnen und Künstler nicht vorbei sein". Die „Nachwehen" werden noch lange spürbar sein und ein „Nach-Corona-Hilfspaket" für die Kultur werde es wohl brauchen. Es wurden allerdings bereits einige Fördermaßnahmen aufgelegt, die „über das Jahr 2021 hinausbestehen". (APA)


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