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Analyse zu Menschen in Not: Trotz Dach über dem Kopf im Regen stehen

Wer Geld verdient, kann sich ein Zuhause leisten. Gibt es keine Arbeit, fehlt das Einkommen, um Miete zu bezahlen. Eine scheinbar einfache Gleichung. Mehr und mehr Tiroler müssen sich um deren oft knifflige Lösung bemühen. Nach 13 Monaten Pandemie samt all den damit verbundenen Einschränkungen sind viele Menschen in finanzielle Schieflage geraten. Im schlimmsten Fall droht die Delogierung. Die Zahl der Obdachlosen könnte steigen.

Ein Phänomen, das bereits als Folge anderer Krisen, etwa des Einbruchs der globalen Wirtschaftsleistung ab dem Jahr 2007, beobachtet wurde. Wie also reagieren? Große Mengen an Notschlafplätzen einrichten, damit alle, die auf der Straße landen, zumindest vorläufig versorgt sind? Es wäre der falsche Weg. Und die Betroffenen blieben trotz eines Dachs über dem Kopf im Regen stehen. Wie es auch das Land Tirol erkannt hat. Ein Rettungsschirm musste her. Die Verantwortlichen setzen gemeinsam mit Sozialvereinen darauf, dass jene Menschen, die eine Wohnung haben, diese auch behalten dürfen – selbst wenn sie mit der Miete in Rückstand geraten sind. Ein Fonds wurde eingerichtet. Vorerst stehen 300.000 Euro bereit.

Diese Summe wird kaum ausreichen. Denn nur weil Beschränkungen fallen, die Gastronomie öffnet, Hotels aufsperren, wird die Zahlungsfähigkeit mancher in der Bevölkerung nicht von heute auf morgen wiederkehren. Wer nichts hat, wird noch lange nichts haben. Auch Jobs werden vorerst Mangelware bleiben. Johannes Kopf, Vorstand des AMS, sagte unlängst, dass er es für denkbar halte, bis Anfang des Jahres 2023 das Vorkrisenniveau bei den Arbeitslosenzahlen in Österreich zu erreichen. Verschärft wird die Situation in Tirol – und hier besonders im Großraum Innsbruck – durch die hohen Mietpreise.

Das alles müssen die Verantwortlichen genau im Auge behalten. Wenn nötig, frühzeitig reagieren und den Hilfsfonds für Mietrückstände erhöhen. Und langfristig vor allem günstigen Wohnraum schaffen.

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