Haschisch im Wert von 2,5 Mio. Euro bei Rekordaufgriff sichergestellt

Bei einer Schwerpunktkontrolle in Kufstein wurde ein verdächtigter Lenker aus dem Verkehr gezogen. Ein Suchhund erschnupperte zwischen Paletten mit Fliesen Haschisch. Die Beamten förderten schließlich 261 Pakete ans Tageslicht. Jetzt läuft die Suche nach den Hintermännern.

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Der Lkw-Lenker konnte glaubhaft erklären, nicht mit der "heißen Fracht" in Verbindung zu stehen und wurde enthaftet. Derzeit sind internationale Ermittlungen im Gang.
© Polizei

Von Thomas Hörmann

Kufstein – Ein Lkw auf Abwegen und minderwertige Fliesen aus Málaga: Diese Kombination führte am Montag zum größten Drogenaufgriff in der Tiroler Kriminalgeschichte. Beamte des Landeskriminalamts, der Diensthundestaffel und der Zollstelle Innsbruck entdeckten in einem Lkw aus Litauen 261 Kilo Haschisch. Und damit fast doppelt so viel wie beim bisherigen Rekordaufgriff in Reutte. Der Schwarzmarktwert der illegalen Fracht liegt bei 2,5 Millionen Euro.

Es war am Montagabend, als die Einsatzkräfte bei Kufstein Drogenkontrollen durchführten. Dabei fiel den Beamten das Schwerfahrzeug aus Osteuropa auf, weil sich der ebenfalls aus Litauen stammende Lenker offenbar ins Kufsteiner Gewerbegebiet verirrt hatte. In der Folge unterzogen Polizisten und Zöllner den Lkw einer Kontrolle. „Bei der Überprüfung der Frachtpapiere wurde festgestellt, dass sich im Laderaum zehn Paletten Fliesen aus Málaga in Spanien befanden, die für Schweden bestimmt waren“, erzählt Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamts. Und damit schrillten zum ersten Mal die Alarmglocken: „Tirol liegt nicht gerade auf dem direkten Weg von Südspanien nach Skandinavien“, begründet die LKA-Chefin: „Außerdem gilt Spanien als Drehscheibe für den europäischen Drogenhandel.“ Für die Beamten Grund genug, sich die Ladung genauer anzuschauen. „Dabei stellten sie fest, dass die Fliesen von minderwertiger Qualität waren“, so Tersch weiter. In der Folge wollten es die Fahnder genau wissen und brachten den Suchtgift-Spürhund zum Einsatz. Das Tier machte die Beamten rasch auf mehrere Fliesen-Paletten aufmerksam. Volltreffer – tatsächlich stießen die Polizisten und Zöllner zwischen den Fliesen auf 261 Haschisch-Pakete zu je einem Kilo.

📽️ Video | Rekord-Haschisch-Fund in Tirol

261 Drogenpakete zwischen minderwertigen Fliesen

Der Lkw-Fahrer aus Litauen wurde vorübergehend festgenommen, ist aber bereits wieder auf freiem Fuß. „Der 47-Jährige konnte glaubhaft versichern, von den Drogen auf der Ladefläche nichts gewusst zu haben“, sagt Tersch. Die Ermittlungen sind damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt gilt es, die bis dato unbekannten Hintermänner auszuforschen. Dabei setzen die LKA-Beamten auf internationale Zusammenarbeit vor allem mit der Polizei in Schweden und Spanien.

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Die Drogen verbargen sich zwischen Fliesen.
© Polizei

Der bisher größte Tiroler Drogenaufgriff gelang im Herbst 2009 im Außerfern. Damals entdeckten Polizeibeamte bei einem Belgier und einem Holländer 147 Kilo Haschisch. Auf Rang zwei der Statistik liegt die Sicherstellung von 100 Kilo Haschisch im vergangenen Juli. Polizisten fanden die verbotene Fracht in einem defekten bulgarischen Lkw, der in einer Unterländer Werkstatt abgestellt war.

Eines der sichergestellten Ein-Kilo-Pakete.
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