Größtes Atomkraftwerk der Welt soll an Westküste Indiens entstehen

Vertragspartner für das Mega-Projekt soll der französische Kraftwerksbetreiber EDF werden. Das Akw könnte 70 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Aber im Bundesstaat Maharashtra regt sich heftiger Protest.

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Der französische Kraftwerksbetreiber Electricité de France (EDF) erklärte am Freitag in Paris, er habe ein verbindliches Angebot zum Bau von sechs Druckwasserreaktoren neuen Typs für den Standort Jaitapur an der indischen Westküste abgegeben.
© SEBASTIEN BOZON

Neu Delhi – Indien hat nach französischen Angaben einen Schritt zum Bau des größten Atomkraftwerks der Welt gemacht: Der französische Kraftwerksbetreiber Electricité de France (EDF) erklärte am Freitag in Paris, er habe ein verbindliches Angebot zum Bau von sechs Druckwasserreaktoren neuen Typs für den Standort Jaitapur an der indischen Westküste abgegeben. Das Akw könnte demnach 70 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

Der mehrheitlich staatliche Energiekonzern EDF hofft auf einen Vertragsabschluss mit Indien in einigen Monaten. Er ist als einziger Lieferant für die sogenannten EPR-Reaktoren im Gespräch, die ursprünglich zusammen mit Siemens entwickelt wurden. Der Auftrag könnte den Angaben zufolge einen Umfang von dutzenden Milliarden Euro haben.

Die Planungen für das Kraftwerk in Jaitapur stammen bereits aus den 2000er-Jahren. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima wurden die Pläne zunächst auf Eis gelegt. Sie wurden 2018 bei einem Indien-Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aber wieder aufgenommen.

Starker Widerstand gegen Projekt

In dem indischen Bundesstaat Maharashtra rund um den geplanten Akw-Standort gibt es starken Widerstand gegen das Vorhaben. Örtliche Atomkraftgegner fürchten, dass die Sicherheitsauflagen nicht strikt genug sind.

Grund ist auch das Debakel um den EPR-Druckwasserreaktor im nordfranzösischen Flamanville, den EDF derzeit errichtet. Nach Pannen und Sicherheitsbedenken der Atomaufsicht sind die Kosten auf mehr als zwölf Milliarden Euro explodiert. Siemens stieg aus dem Projekt aus. Die Inbetriebnahme ist nun Ende 2022 geplant, zehn Jahre nach dem ursprünglich vorgesehenen Start. (APA/AFP)


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