Lisa Hauser, Manuel Feller & Co.: Das sind Tirols Sportler des Jahres

Wie bereits im Vorjahr keine Tiroler Sportlergala und dennoch reihenweise stolze Gewinner: Lisa Hauser, Manuel Feller, die Kunstbahn-Rodel-Mannschaft und Martin Falch heißen Tirols Sportler des Jahres 2020.

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Biathlon-Prinzessin Lisa Hauser strahlte zurecht über ihren ersten Einzel-Viktor.
© Max Ischia

Innsbruck ‒ Kam der April, kam auch die Tiroler Sportlergala samt Landesehrung der diversen Meister. Jahr für Jahr war das so. Bis Corona aufkreuzte und nicht zuletzt liebgewordene Traditionen in Geiselhaft nahm. 2020 war ein Sportjahr geprägt von Absagen, Verschiebungen und Lockdowns. Ein Jahr des Improvisierens, des Nichtunterkriegenlassens, des Durchhaltens.

Ein Jahr der Verbote, der geschlossenen Sportstätten und einer über weite Strecken ausgesperrten Fanszene. Auch wenn sich daran bis zum heutigen Tag nichts Wesentliches verändert hat, ging es weiter. Wenn auch nicht für jeden und überall. Und doch stehen am Ende eines ganz besonderen Sportjahres Glanzleistungen, die es in bester Tradition auszuzeichnen gilt.

Und weil die Festlichter am Freitagabend im Congress Innsbruck wie bereits vor einem Jahr nicht angingen, schlüpften die Sportlerwahl-Initiatoren Tiroler Tageszeitung und ORF Tirol kurzerhand in die Speditionsrolle und lieferten die „Viktors“ gewissermaßen frei Haus.

Hauser: "Ganz besondere Auszeichnung"

Das Glück kann man nicht erzwingen, aber man kann es wenigstens einladen. Die mit Kreide geschriebene Botschaft, die im Hause Hauser in Reith bei Kitzbühel von der Hausmauer prangt, kann durchaus symbolisch verstanden werden. „Diesen Spruch haben sich Mama und ich ausgesucht“, lächelt Lisa Hauser, Tirols Sportlerin des Jahres. Der Blick der Biathlon-Weltmeisterin von 2021 gehört aber dem Viktor, den sie auch Minuten nach der Übergabe noch stolz mit ihren Fingern umklammert.

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„Eine ganz besondere Auszeichnung, die gleich neben der WM-Goldenen und der Weltcup-Kugel einen Ehrenplatz bekommt.“ Und es wäre nicht Hauser, würde sie nicht im selben Atemzug allen danken, „die mich auf diesem Wege unterstützt und ihre Stimme abgegeben haben“. Zu diesem Zeitpunkt wusste die 26-Jährige noch nicht, dass sie mit 42,86 Prozent erhaltener Stimmen einen Erdrutscherfolg vor Skeleton-Erfolgsgarantin Janine Flock (15,28) und Mountainbike-Olympiahoffnung Laura Stigger gefeiert hatte.

Feller gewinnt vor Youngster Lamparter

Knapper war es da schon bei den Herren – und doch war der Premierentriumph von Manuel Feller (19,36 Prozent) vor Kombinierer-Senkrechtstarter Johannes Lamparter (15,41) und Naturbahnrodel-Dauerbrenner Thomas Kammerlander (12,47) alles andere als eine Überraschung.

Was das Trio vereint? Mit seinem ersten Weltcupsieg in Flachau und der Krönung zum Märchenprinzen sorgten Feller so wie Lamparter mit seinen beiden WM-Goldenen in Pokljuka und Kammerlander mit dem Einzeltitel bei der Heim-WM in Umhausen im Kalenderjahr 2021 für sportive Meilensteine – ein Versprechen für die nächste Wahl.

Daumen nach oben: „Märchenprinz“ Manuel Feller freut sich ebenfalls über seinen ersten Viktor.
© Max Ischia

Und doch bezeichnet Feller den 21. Dezember 2020 als bislang „emotionalsten Tag meiner Karriere“. Nachdem der Fieberbrunner am Vortag den dritten Ausfall im dritten Riesentorlauf zu beklagen hatte und dafür in den sozialen Netzwerken aufs Übelste beschimpft worden war, carvte er wie Phönix aus der Asche zu Rang zwei im Slalom. Es war der viel zitierte Befreiungsschlag nach Monaten mit reichlich Schmerzen, wiederholten Rückschlägen und verbalen Verunglimpfungen.

Rodler sind Tirols Manschaft des Jahres

Für Österreichs Kunstbahnrodler führt der Weg zum Erfolg stets durch ein Labyrinth – und doch finden die rot-weiß-roten Kufenflitzer mit beeindruckender Regelmäßigkeit den Ausgang zum Podest. 2020 rasten Olympiasieger David Gleirscher, Madeleine Egle und Lorenz Koller mit seinem Vorarlberger Doppelsitzerkollegen Thomas Steu zum EM-Titel, um sich im Jahr darauf in Königssee die WM-Krone aufzusetzen.

Letzteres sollte erst bei der nächstjährigen Sportlerwahl schlagend werden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Kunstbahn-Rodler als Mannschaft des Jahres: Lorenz Koller, Madeleine Egle mit dem Viktor und Olympiasieger David Gleirscher (v. l.).
© Rita Falk

Damen

  1. Lisa Hauser (Biathlon) 42,86 %
  2. Janine Flock (Skeleton) 15,28 %
  3. Laura Stigger (MTB) 7,50 %
  4. Nicole Billa (Fußball) 5,99 %
  5. Stephanie Brunner (Ski alpin) 4,64 %

Herren

  1. Manuel Feller (Ski alpin) 19,36 %
  2. Johannes Lamparter (Nord. Kombination) 15,41 %
  3. Thomas Kammerlander (Naturbahnrodeln) 12,47 %
  4. Sandro Platzgummer (American Football) 9,10 %
  5. David Gleirscher (Kunstbahnrodeln) 8,60 %

Mannschaft

  1. Kunstbahn-Rodel-Mannschaft 21,56 %
  2. WSG Swarovski Wattens (Fußball) 13,56 %
  3. Steu/Koller (Kunstbahnrodeln) 13,33 %
  4. Handball Schwaz Tirol (Handball) 10,42 %
  5. Maier-Bob Zweier/Vierer (Bob) 8,99 %

Behindertensport

  1. Martin Falch (Triathlon) 19,81 %
  2. Daniel Stütz (Leichtathletik) 18,86 %
  3. Eva Maria Jöchl (Ski alpin) 15,48 %
  4. Mario Graus (Segeln) 11,73 %
  5. Michael Scharnagl (Ski alpin) 11,60 %

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