Verkehrsclub Österreich: Klima will auch in Zeiten von Corona geschützt werden

In ein neues Zeitalter möchte der Verkehrsclub Österreich aufbrechen und sucht wieder zukunftsweisende Projekte für den Mobilitätspreis.

  • Artikel
  • Diskussion
Im historischen Rundschuppen am Frachtenbahnhof Innsbruck informierten VCÖ-Experte Michael Schwendinger, LHStv. Ingrid Felipe und ÖBB-Regionalmanager René Zumtobel (v. l.) über den heurigen Mobilitätspreis.
© Land Tirol/Berger

Von Denise Daum

Innsbruck – In einer Zeit, in der alles im Wandel ist, hat sich auch das Mobilitätsverhalten geändert. Passend dazu steht der VCÖ-Mobilitätspreis heuer unter dem Motto „Aufbruch in der Mobilität“. Gesucht werden wieder Projekte und Konzepte für klimaverträgliche Mobilität und nachhaltigen Gütertransport.

Die Corona-Krise habe in Bezug auf die Mobilität positive Entwicklungen gebracht, erklärte die für Verkehr und Mobilität zuständige Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) am Freitag bei einem Pressegespräch zum Mobilitätspreis, das im historischen Rundschuppen des ÖBB-Frachtenbahnhofs stattfand. „Viele Menschen sind aufs Rad gekommen oder haben durch die erzwungene Entschleunigung bemerkt, wie gut es tut, zu Fuß zu gehen.“ Zudem würden auch multimodale Mobilitätsformen immer beliebter, sagt Felipe.

Dass Mobilität und Verkehr stark im Wandel sind, bestätigt auch VCÖ-Projektmanager Michael Schwendinger. So sei die Zahl der Diesel-Pkw in Tirol kontinuierlich rückläufig, während die Zahl der E-Autos innerhalb der vergangenen drei Jahre um 50 Prozent gestiegen sei. In Tirol fahren bereits mehr als 5000 Pkw ausschließlich mit Strom – Tendenz stark steigend. Das Corona-bedingte Home-Office habe naturgemäß eine Abnahme des Pendelverkehrs mit sich gebracht. Dieser Trend wird dem VCÖ-Experten zufolge anhalten. „Auch in Zukunft wird man sich genau überlegen, ob eine Dienstreise notwendig ist“, erklärt Schwendinger.

„Gegen den Klimawandel gibt es keinen Impfstoff“, mahnt ÖBB-Regionalmanager René Zumtobel und verweist darauf, dass der öffentliche Verkehr das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität sei. „Immer wichtiger wird es, eine durchgängige Mobilitätslösung von Tür zu Tür anzubieten“, betont Zumtobel. Deshalb investierten die ÖBB laufend in Car-Sharing, Radabstellplätze und Shuttle-Angebot zu den Bahnhöfen.

Der Mobilitätspreis wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Tirol und den ÖBB durchgeführt. Teilnehmen können Unternehmen, Gemeinden, Städte, Bezirke, Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Vereine und auch Privatpersonen. Die Einreichfrist endet mit 1. Juni. Weitere Informationen sind unter www.vcoe.at abrufbar.


Kommentieren


Schlagworte