Jahrhundertprojekt: „Kreuzweg“ zum gemeinsamen Alpenbahnkreuz

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Die Vinschgerbahn erfreut sich steigender Beliebtheit. Zwei Millionen Fahrgäste jährlich nutzen die Regionalbahn Mals-Meran.
© Laner/Vinschger

Landeck, Mals, Scuol – „Den ersten Mensch auf dem Mars erleben wir früher als den Spatenstich zur Dreiländerbahn.“ Wetten wie diese kursieren unter den Pessimisten beim Jahrhundertprojekt „Alpenbahnkreuz Österreich-Italien-Schweiz“. Optimisten und Vordenker hingegen legen sich schon jetzt ins Zeug, vor allem die Initiativen „Pro Reschenbahn“ (Tiroler Oberland) sowie „Pro Bahnverbindung Scuol-Mals“ (Engadin). In der Gründungsphase steht die Südtiroler Gruppe „Pro Eisenbahndreieck Terra Raetica“. „Die Weichen müssen jetzt gestellt werden“, ist man bei „Pro Reschenbahn“ überzeugt. Andernfalls würden die Pläne auf einem Abstellgleis der Politik landen.

Für Unstimmigkeiten hatte zuletzt eine kritische Stellungnahme der Engadiner Gruppe gesorgt, die eine gemeinsame Abschlusserklärung zur Landecker Dreiländerkonferenz vom 9. April vermisste, die TT berichtete.

„Es gab Missverständnisse und das Zeitbudget war sehr knapp. Die Engadiner Gruppe musste abreisen“, entgegnete Siegfried Gohm, Sprecher von „Pro Reschenbahn“.

„Es gibt noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit das Alpenbahnkreuz in die Rahmenpläne der einzelnen Länder übernommen wird“, so Gohm. Und: „Wenn jede Region für ihr bevorzugtes Projekt wirbt, was werden die politischen Entscheidungsträger tun? – Nichts.“ Nur ein gemeinsames Projekt und nur ein gemeinsamer Auftritt aller Regionen hätten Aussicht auf Erfolg. „Noch haben wir ein Fenster offen. Bis 2025 müssen wesentliche Vorarbeiten und Abstimmungen über die Bühne sein“, zeigt der Sprecher auf.

Die Online-Dreiländerkonferenz der Bahn-Initiativen ist für 21. Mai geplant. (hwe)


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