Erfolgreich und beliebt – alle neune für Behindertensportler „Viktor“ Falch

Auch mit 54 Jahren feiert Triathlet Martin Falch internationale Erfolge und ist zum neunten Mal Tiroler Behindertensportler des Jahres.

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Da stehen sie in Reih und Glied – Martin Falch ist stolz auf jeden Einzelnen seiner neun „Viktors“.
© Toni Zangerl

St. Anton – Martin Falch ist Behindertensportler des Jahres 2020. Wer sonst, möchte man fast meinen, wenn man seine stolze Trophäensammlung in seinem neuen Heim in St. Anton betrachtet. Unfassbare neun „Viktors“ stehen da in Reih und Glied. Die Auszeichnung als Tirols Behindertensportler des Jahres sei für ihn nie zur Gewohnheit geworden. „Vielmehr ist es jedes Mal ein erhebendes und stolzes Gefühl“, sagt Falch. Und räumt ein: „Hätte ich meinen Unfall mit dem Verlust des Unterschenkels nicht gehabt, würde wohl keine dieser tollen Trophäen hier stehen.“

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Der Arbeitsunfall 1998 am elterlichen Sägewerk war für den Arlberger kein Grund zur Resignation. Mit Ehrgeiz und Konsequenz meisterte er sein Schicksal, das 2009 mit dem Krebs-Tod seiner Frau Anna-Maria eine weitere Prüfung für ihn und Sohn Arvid parat hatte. „Anna-Maria hat mich wesentlich zum Sport motiviert, ich bin ihr unbeschreiblich dankbar dafür.“

18 Medaillen, davon acht in Gold, gewann er in seiner bisherigen Karriere. Und die ist noch nicht zu Ende. 2021 wäre der Aquathlon und Cross Triathlon „Almere“ in Amsterdam sein Ziel neben kleineren Bewerben. Dazu drücken ihm seine Familie mit Lebensgefährtin Ursula, eine Physiotherapeutin im Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil, und die gemeinsamen Kinder Valentina (7) und Julian (neun Monate) sowie Arvid (22) ebenso die Daumen wie die Eltern, Schwester Simone und Bruder Rainer. Dass die Überreichung im glanzvollen Ambiente der Dogana zum zweiten Mal wegen Corona ausfällt, bedauere er zwar. „Aber so komme ich einmal in den Genuss längerer persönlicher Gespräche mit den Reportern der TT und des ORF. Dafür ist sonst meist keine Zeit.“

Neunmal hat Falch die Wahl zum Tiroler Behindertensportler gewonnen, viermal war er Zweiter. „Ich blicke mit Dankbarkeit und Stolz zurück. Da kann ich nicht viel falsch gemacht haben“, schmunzelt er im TT-Gespräch. Und auf die Chance einer zehnten Trophäe angesprochen: „Wenn die Gesundheit und die Motivation weiterhin so stimmen, warum nicht. Aber so eine Ehre darf man sich nur erhoffen – und dafür fleißig trainieren.“


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