Millionen Flüchtlinge in Ägypten: Al-Sisi „denkt nicht daran, EU zu erpressen“

Rund sechs Millionen Migranten halten sich laut Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Ägypten auf. Seit 2016 verhindere sein Land, dass sich die Menschen auf den Weg nach Europa machten. Er fordert jedoch, dass sich die EU „an einer Regulierung legaler Migration beteiligen“ soll.

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Der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi.
© AFP

Kairo – In Ägypten halten sich nach Angaben von Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi zurzeit rund sechs Millionen Migranten auf. Seine Regierung habe aber seit September 2016 verhindert, dass Menschen illegal nach Europa aufbrechen, sagte er der Welt (Samstag). „Wir verlangen dafür keine Gegenleistung von Europa. Wir denken auch gar nicht daran, das für politische oder ökonomische Erpressung einzusetzen“, betonte er.

Doch brauche es neue Ansätze. „Natürlich können Sie nicht jeden illegalen Migranten aufnehmen.“ Aber Europa solle sich „an einer Regulierung legaler Migration beteiligen“, schlug Sisi vor. Flüchtlingsorganisationen sowie manche Herkunfts- und Transitstaaten fordern schon länger, Europa müsse mehr rechtliche Möglichkeiten für die legale Einwanderung von Migranten eröffnen.

Weiter sagte der autoritär herrschende Präsident des mit gut 101 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten Landes in der arabischen Welt, Europa könne helfen, wirtschaftliche Perspektiven in Ägypten zu schaffen, wo jedes Jahr mehr als eine Million junger Menschen neu auf den Arbeitsmarkt drängten. „Arbeitsplätze können nur entstehen, wenn Europa uns hilft, Industrien aufzubauen, und sei es auch in Konkurrenz zu seinen eigenen.“

Menschenrechtler prangern Zustände an

Zehn Jahre nach dem Sturz von Ägyptens Langzeitherrscher Hosni Mubarak hatten Menschenrechtler jüngst die schlechte Menschenrechtslage in dem Land angeprangert, wo unter Führung Sisis die Regierung mit harter Hand gegen Kritiker und Gegner vorgeht. Menschenrechtler würden willkürlich verhaftet und gefoltert, und Tausende Ägypter säßen in Haft. (APA/dpa)


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