Hauser: "Ich sehne mich nur nach einer normalen Zeit mit Freunden"

Lisa Hauser, Tirols Sportlerin des Jahres, über ihr Immunsystem, den gesteigerten Bekanntheitsgrad und den Preis des Erfolges.

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Lisa Hauser strahlte bei der Biathlon-WM in Pokljuka über Einzel-Gold und zweimal Silber.
© gepa

Vor fünf Wochen ist Ihr mit Abstand erfolgreichster Winter samt WM-Gold und Weltcup-Disziplinensieg zu Ende gegangen. Inzwischen einigermaßen zu Ruhe und Kräften gekommen?

Lisa Hauser: Es wird langsam. Gerne hätte ich gleich im Anschluss an die Saison noch ein paar Langlauf-Kilometer gesammelt, hatte auch ein paar Skitouren geplant, aber dann ist mir eine hartnäckige Verkühlung dazwischengekommen. Leider hat sich die ganze Sache ziemlich gezogen, auch weil ich viele Termine, zahlreiche Verpflichtungen hatte, die ich nicht einfach absagen konnte oder wollte.

Was ist alles so angestanden?

Hauser: Wo soll ich anfangen? Ich war zweimal bei Sport am Sonntag, zuvor beim Talk im Hangar, zweimal in Wien, einmal bei Barbara Stöckl, das andere Mal beim Bundesheer, dazu Termine beim Tourismusverband, bei der Gemeinde. Da ein Video, dort ein Interview. Und schließlich noch das eine oder andere Sponsorgespräch. Irgendwie war immer was los.

Gerade unter Wintersportlern ist es ein weit verbreitetes Phänomen, dass der Körper nach Saisonende - wenn Strapazen, Druck und Anspannung nachlassen -Signale der Erschöpfung aussendet.

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Hauser: Das kann ich nur unterstreichen. Nur im Vorjahr bin ich gesund durch den Frühling gekommen, aber die fünf Jahre zuvor hat's mich im April regelmäßig erwischt. Eine Woche war ich zumeist bettlägrig, der Klassiker halt: Husten, Schnupfen, Fieber.

Wir sitzen hier im Garten Ihres Elternhauses mit nahezu Rundumblick auf die Kitzbüheler Alpen. So malerisch die Landschaft auch sein mag, inwiefern plagt Sie das Fernweh?

Hauser: In Corona-Zeiten ist die Reiselust weniger stark ausgeprägt, aber klar: Ich freue mich schon wieder einmal auf einen Urlaub am Strand. Aber unabhängig davon sehne ich einfach wieder eine normale Zeit mit Freunden herbei. Am Abend zusammensitzen, plaudern, einfach eine gute Zeit haben. Im Winter bleibt ja kaum Zeit dafür und im Sommer bin ich auch diejenige, die um zehn Uhr abends heimmuss, weil am nächsten Morgen wieder Training ansteht. Nicht immer lustig, aber das ist der Preis für den Erfolg. In einer Woche geht's eh schon wieder mit dem Training los. Aber das passt auch.

Losgelöst von Coronabestimmten Reiserestriktionen - welcher Fleck auf der Erde reizt Sie?

Hauser: Irgendwann möchte ich mir einmal Südamerika und Island ansehen.

Nicht gerade zwei Destinationen , die einander ähneln. Was fasziniert Sie da wie dort?

Hauser: Die Landschaften. Wenn ich an Südamerika denke, denke ich auch an höher gelegene Gefilde, vielleicht Peru, in jedem Fall irgendwo in den Anden.

Weil Sie die meiste Zeit unseres Gesprächs den Viktor (Auszeichnung als Tiroler Sportlerin des Jahres) nicht aus der Hand gegeben haben: Gibt's schon einen Ehrenplatz?

Hauser: Bei uns in der Stube ist schon noch ein bisserl Platz. Ich denke, dem Viktor wird es neben der WM-Goldmedaille gut gefallen (schmunzelt).

Das Gespräch führte Max Ischia


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